"Wer wird Millionär?": Tränen und Trümmer bei Günther Jauchs Quizshow

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Die erste Folge nach der "Wer wird Millionär?"-Pause begann mit einem großen Knall - das darf man sogar wörtlich nehmen. Eine Kandidatin weinte aber aus anderen Gründen . © teleschau - der mediendienst GmbH

Fliesenlegen, Gärtnern, Tischlern und Elektroarbeiten das richtige Werkzeug zuordnen konnte in der Vorrunde nur einer: Anton Mörstedt, 29, aus Beringen. Der Student der Agrarwissenschaften hatte eine Möhre als Maskottchen dabei, weil seine Freunde ihm diesen Spitznamen gegeben hatten.
"Der Karte über Sie darf ich entnehmen, dass Sie sich locker ein Vordringen bis 125.000 Euro vorstellen können", zitierte Jauch leicht süffisant. "Es kommt auf die Fragen an", ruderte der Kandidat zurück. "50 Euro gehen im Allgemeinen noch", so Jauch. Man konnte schnell eine Null dranhängen: Die Wortspiel-Fragen bis 500 Euro meisterte Mörstedt souverän.
Für 1.000 Euro wollte Jauch wissen, wer von der neuen Modekrankheit Reichweitenangst betroffen sein könne. Anton Mörstedt nahm an: Zeitungsverleger. "Wir haben es sehr oft mit Annahmen in der Sendung zu tun", warnte Jauch. Der Kandidat verstand das Signal nicht und beharrte auf seiner Antwort ...
Richtig wäre "Elektroautofahrer" gewesen. Anton Mörstedt nahm es gelassen: "Ich fahre morgen in den Urlaub nach Südamerika, da können mir 500 Euro weiterhelfen." Jauch darauf: "Ich hätte Sie gerne länger gesehen, aber ich glaube, Sie sind ein Lebenskünstler, Sie verkraften das."
Dann kam die Frau, die Jauch zum Weinen brachte: Tina Falk aus Zwickau, Studentin mit Master-Schwerpunkt Controlling. "Alles unter Kontrolle", kalauerte sie. "Aber angeblich haben Sie sich selbst nicht unter Kontrolle, denn immer, wenn etwas ganz schön ist, fangen Sie an zu weinen", wusste Jauch von seinem Redaktionskärtchen.
Gelassen spielte Tina Falk bis zur 16.000-Euro-Frage: Welche Homepage wurde in diesem Sommer für 827,60 Euro versteigert? borisbecker.com, bahn.de, un.org oder iloveguentherjauch.net? "Ich würde den 50:50-Joker nehmen und darum bitten, dass nicht A und C stehen bleibt", so Falk. "Ja genau das kann man bei uns immer bestellen", gab sich Jauch sarkastisch.
Tatsächlich blieben Beckers und Jauchs Seite stehen. Tina Falk wählte korrekt A. Dann machte Jauch eine Entdeckung: "Ein Millionenflitter neben dem Wasserglas! Soll ich Ihnen das geben als Glücksbringer? Dann müssen Sie aber einmal weinen für mich!" Die Kandidatin versprach: "Das passiert heute bestimmt noch."
Bei der 32.000-Euro-Frage schlug Jauch vor: "Sie schauen jetzt nicht so wie ein Hascherl, sondern gehen mit Selbstbewusstsein in die nächste Runde ... oder weinen. Wenn Sie weinen, bringe ich Sie eine Runde weiter." Er hakte nach: "Sie könnten echt auf Knopfdruck weinen?" Darauf die Kandidatin: "32.000 Euro sind schon echt schön." Jauch staunte: "So hat's noch keine versucht ... Los, heul doch!"
Dass die Kandidatin nah am Wasser gebaut ist, rührte Günther Jauch nicht. Statt sich rührend um sie zu kümmern, machte er sich lustig über ihre vermeintlichen Krokodilstränen ...
Bei 64.000 Euro flossen dann die Tränen. Dann sollte der Telefonjoker helfen. "Sie dürfen auch weinen, wenn sie rangeht", stichelte Jauch. Als Joker Dr. Ute Schramm nicht helfen konnte, flehte Tina Falk mit feuchten Augen: "Ich möchte bitte gehen."
Darauf Jauch: "Ist ja gut, ist ja gut! Hinter der Bühne wartet ein frischer Satz Taschentücher auf Sie." Trotz seiner Neckereien machte er am Ende deutlich, dass er die Kandidatin sehr sympathisch fand.
Maximilian Heer aus Olpe ist 18 Jahre alt und Elektro- und Informationstechnik-Student an der TU Darmstadt. Auf die Frage, ob er die Sendung schon öfters gesehen habe, antwortete der junge Mann: "Ja, meine Oma ist ein großer Fan."
Schon bevor die erste Antwort eingeloggt wurde, hörte man im Hintergrund Gepolter und das Lachen des Studio-Publikums. Ein Monitor war zu Boden gegangen. "Liegt da einer erschlagen darunter?", wollte Jauch wissen. "Wenn der TÜV die Konstruktion mit diesen zwei Bierkästen abgenommen hat ... Wenn das der Gewerbeaußendienst sieht!"
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Den übernahm in diesem Fall der Moderator: "Kann man den nicht einfach hochheben?" Als man ihm erklärte, der Monitor funktioniere nicht mehr, meinte er: "Und wenn ihr ihn einfach anmacht?" Dann schlug er vor: "Ich könnte mal eine kleine Führung durch das Studio machen."
Um die Wartezeit zu überbrücken, erklärte Günther Jauch den Zuschauern, die sich frisch dazugeschaltet hatten: "Noch nicht mal die erste Antwort eingeloggt, da fiel der Fernseher schon vor Schreck um. Hier sehen wir ein halbes Dutzend Diplomingenieure, die kurzfristig aus Köln an den Tatort herangezogen wurden." Nach dem wackeligen Start ging es solide weiter - bis zur 32.000 Euro-Frage.
Welches zu einem Jubiläum herausgebrachte Männchen war die meistverkaufte Playmobil-Figur? Die Antwort auf diese Frage war 32.000 Euro wert. Ein ehemaliger Lehrer sorgte für politisch unkorrekte Heiterkeit, als er erklärte, woher er die Antwort "Martin Luther" kenne: "Ich war in einem Kloster bei Paderborn zu Besuch und der Führer sagte da ..." Als das Publikum lachte, versuchte er zu erklären, dass der Reiseführer gemeint war ...
"Es hat sich nicht immer ausgezahlt, auf den Führer zu hören", witzelte Jauch. Diesmal schon: Maximilian Heer war um 32.000 Euro reicher, weil sich der Lehrer an die Playmobil-Anekdote des Reiseführers erinnert hatte.
"Bei welcher Flugstrecke fliegt man abends los und kommt am selben Tag mittags an?", wollte Jauch für 64.000 Euro wissen. Nachdem der Telefonjoker nicht weiter wusste, ging der 18 Jahre alte Kandidat lieber kein Risiko ein, sondern mit 32.000 Euro nach Hause. Korrekt gewesen wäre: Sydney-Honolulu.
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