Was tut man als verzweifelte Mutter, wenn der Sohnemann sein Zimmer partout nicht aufräumen will? Richtig: Man meldet den Faulpelz beim Überraschungs-Special von "Wer wird Millionär?" an - damit er sich von seinem Gewinn endlich eine eigene Wohnung suchen kann!

Amadeus Bell dürfte ein gemütlicher Zeitgenosse sein. Diesen Anschein erwecken zumindest seine lässigen Dreadlocks und das Bud-Spencer-Shirt, mit dem der Architekturstudent am Montagabend völlig ahnungslos im "Wer wird Millionär?"-Publikum sitzt. Leider etwas zu gemütlich für die Begriffe seiner Mutter Bettina. Deshalb hat sie ihn heimlich zum Überraschungs-Special angemeldet.

Mit seiner Unordnung treibt Amadeus seine Mutter regelrecht in den Wahnsinn. Von Aufräumen hält der 23-Jährige angeblich wenig: "Er lässt sich gerne von hinten bis vorne bedienen." Kein Wunder, dass sich Bettina sehnlichst wünscht, er möge sich endlich von ihrem Rockzipfel lösen - und sich eine eigene Wohnung suchen. Trotz eines Jobs in der Zimmerei des Vaters fehlt für einen Auszug allerdings das Geld.

Scheitern ist keine Option

Als Günther Jauch den verdutzten Amadeus zu sich auf den Ratestuhl holt, geht es deshalb nicht nur um die Millionen, sondern auch um den Seelenfrieden von Mama Bettina. Amadeus wählt die Risikovariante. Nach der 500-Euro-Hürde merkt Jauch schnippisch an: "Das wäre bereits die erste Monatsmiete."

Das "Wer wird Millionär?"-Special zeigt: Lehrer sind nicht allwissend.

Die nächste Überraschung folgt auf dem Fuß: Während sich Amadeus mit seiner Mutter, seiner Schwester und seiner Freundin ins "Wer wird Millionär?"-Studio begeben hat, wurden seine Habseligkeiten bereits in einen Umzugs-LKW verfrachtet. Scheitern ist also keine Option. Bei der 8.000-Euro-Frage verblüfft der Kandidat dann mit detailliertem Fachwissen in puncto Bluttests. Erst vor wenigen Wochen musste er selbst bei einer Polizeikontrolle eine Probe abgeben. Jauch verwundert das wenig: "Wären Sie gerade vom Friseur gekommen, wäre Ihnen das nicht passiert."

So chaotisch es in seinem Zimmer auch aussehen mag, so souverän spielt sich Amadeus bis zur 64.000-Euro-Frage: "Was ist beim Kauf von Trinkgläsern des Öfteren in der Produktbeschreibung zu lesen?"

  • mit Birke
  • teils Buche
  • ohne Eiche
  • frei von Linde

Als letzter Joker bleibt ihm nur das Telefon. Da er von seiner "Wer wird Millionär?"-Teilnahme vorher nichts wusste, werden ihm von RTL zwei ehemalige Millionengewinner und Oliver Pocher zur Auswahl gestellt. Ralf Schnoor, seines Zeichens siebter Millionär, ist als Gastronom der prädestinierte Telefonjoker für diese Frage. Da seine Antwort jedoch nicht konkret genug ausfällt, geht Amadeus auf Nummer sicher und geht mit 32.000 Euro nach Hause - wo immer das nun auch sein mag. Der erste Stein für die eigene Bude wäre jedenfalls gelegt.