Während ihr Baby im Backstage-Bereich darauf wartete, gestillt zu werden, nahm sich die junge Mutter Günther Jauch zur Brust – und textete ihn ohne Punkt und Komma zu. Der 63-jährige Moderator hatte es an diesem Abend generell nicht ganz einfach. Schon zuvor bezeichnete ihn ein Zusatzjoker als "Fast-Rentner". Dazwischen wurde eifrig gezockt.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

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Die Risiko-Sause also mal wieder. Und beim Zocker-Special gelten eigene Regeln: Jeder Kandidat spielt um satte zwei Millionen Euro. Bis inklusive der neunten Frage sollte man den Einsatz eines Jokers jedoch vermeiden, da sonst die restlichen mit einem Schlag verfallen.

Wer es hingegen packt, bis zur zehnten Frage ohne eine Hilfe auszukommen, darf bei den restlichen auf alle vier Joker-Variante zurückgreifen.

Pennt im Durchgangszimmer, bei Jauch hellwach

Apropos Rest: Ein Überbleibsel der letzten Sendung war Medizinstudent Erik Asmus. Er muss in seiner WG in einem Durchgangszimmer nächtigen und zielte am Donnerstagabend wohl darauf ab, mit Hilfe der bei Jauch erspielten Scheinchen künftig die eigene Schlafsituation zu verbessern. Asmus hatte noch den "50:50"- Joker und stand vor der folgenden 125.000-Euro-Frage.

Die Trennung vom sogenannten Depot spielt eine wichtige Rolle bei der Frage, warum man…?

A: Spargel nur bis Juni sticht

B: Eier vor dem Kochen anpiekt

C: Wein dekantiert

D: Austern lebend verspeist

Der im Durchgangszimmer Nächtigende tappte im Dunklen und bemühte daher den Zusatzjoker. Der Mann, der von der Tribüne aus auf Jauchs Frage, was er von Beruf so sei, schamlos "Fast so wie Sie, Rentner!" antwortete, ließ kurz Jauchs Miene versteinern. "Das hat mir so noch keiner ins Gesicht gesagt", so der leicht konsternierte Moderator. Der Zusatzjoker riet jedenfalls zu den "Austern". "Weil das Innenleben der Auster im Depot sitzt", so die Begründung des Duisburgers.

Den Kandidaten überzeugte dies nicht so wirklich, weshalb er noch den "50:50"-Joker nachlegte. Dieser ließ die Antworten "A" und "C" stehen und strafte den Zusatzjoker Lügen. Asmus scheute das Risiko und beschloss, die 64.000 Euro einzusacken und damit den Heimweg anzutreten. Als Depot bezeichnet man übrigens den Bodensatz des Weines, der durch das Dekantieren vom Wein getrennt wird. Antwort "C" war also die richtige.

Dank dem eigenen Passwort zu 500 Euro bei Jauch

Danach schaffte es die Münchnerin Patricia Ritter in die Mitte, die gleich zu Beginn bei einer Frage nach den Kürzeln von Schadstoffen nach Luft schnappen musste und damit quasi ihre Schwierigkeiten hatte. Sie meisterte dennoch die ersten neun Fragen recht gut. Jauch quälte sie später mit der folgenden Frage für 64.000 Euro:

Wobei wird auf einer hiesigen Computertastatur zweimal dieselbe Taste benötigt?

A: 3 ?

B: § 4

C: 5 %

D: 6 $

Ritter meinte, Antwort "A" ausschließen zu können, griff aber auf den Zusatzjoker zurück, der "zu 1.000 Prozent" Antwort "C" für die richtige hielt. Die Begründung des Dortmunders – "Man soll ja bei Passwörtern schon mal Sonderzeichen einsetzen" – sorgte für Gelächter im Publikum. "Ihr Passwort ist also ‚Dortmund5%", witzelte Jauch, während auf Twitter "30.000 Jahre #wwm – und es wird bis heute nicht langweilig" zu lesen war. Die Kandidatin zögerte trotzdem und schickte noch den "50:50"-Joker ins Rennen, der sie mit der richtigen Antwort C letztlich eine Runde weiter brachte.

Mit 125.000 Euro im Sack fällt Passen leicht

Die PR-Managerin schaffte es bis zur 250.000-Euro-Frage, die sie aber selbst in Kooperation mit ihrem Telefonjoker nicht mehr beantworten konnte:

Das vermutlich langlebigste aller Säugetiere ist…?

A: ein Elefant

B: ein Wal

C: der Mensch

D: ein Maulwurf

Ritter passte und freute sich über 125.000 Euro. Was sie damit machen würde, wollte Jauch wissen. "Ich bin überfragt", so die euphorische, aber völlig sprachlose Kandidatin. Antwort "B" war übrigens die korrekte. Grönlandwale können über 200 Jahre alt werden.

Die Redensart "Na, wie stehen die Aktien?" noch nie gehört

Zu Beginn schon richtig schwer tat sich Anastasia Golz, die als nächste an der Reihe war. Das geflügelte Wort "Na, wie stehen die Aktien?" war ihr etwa gänzlich unbekannt und nötigte sie zum Zocken. Obwohl dieses von Erfolg gekrönt war, stöhnte Jauch bereits zum ersten Mal.

Auch die Themen "Urgeschichte" und "Kreuzbänder" bereiteten der ohne Punkt und Komma quasselnden, aber durchaus sympathischen Hannoveranerin große Probleme. Golz wusste wenig, zockte in einer Tour, hatte enorm viel Glück und – zum Erstaunen aller – plötzlich die ersten neun Fragen hinter sich gebracht. Dass sie es dann auch noch bis zur 125.000-Euro-Frage schaffte, grenzte an ein kleines Wunder. Diese lautete wie folgt:

Der 24 Jahre alte, in Köln geborene Leon Draisaitl ist der Presse zufolge auf dem besten Weg zum…?

A: Tischtennis-Becker

B: Marathon-Baumann

C: Eishockey-Nowitzki

D: Mountainbike-Ullrich

"Da muss ich wohl jemanden anrufen", so Golz, die die Frage gar nicht richtig verstand und zwischen ihren Worten kaum zum Atmen kam. "Ich fürchte ja, nachdem, was ich eben alles gehört habe", so der sarkastische Moderator, der ein zweites Mal stöhnte. Der Telefonjoker konnte auch nicht helfen, weshalb die junge Mutter, deren Kleinkind, das noch gestillt werden musste, hinten im Backstage-Bereich auf Futter wartete, die Segel strich. Golz durfte sich mit 64.000 Euro in der Tasche endlich Richtung Nachwuchs aufmachen. "Wie will die jetzt ein Kind stillen, wenn sie selber nie still ist?", so der erschöpfte Jauch.

Standesbeamtin traute sich nicht

Auch Kerstin Neffgen-Werner aus Siegburg durfte sich am Donnerstagabend auf dem Stuhl gegenüber dem Moderator niederlassen. Die geschiedene Standesbeamtin zeigte sich zunächst von der souveränen Seite, geriet allerdings just bei der neunten Frage, deren richtige Beantwortung ihr alle vier Joker beschert hätte, ins Wanken:

Familiensendungen im Fernsehen richten sich an…?

A: jung und alt

B: Jung und alt

C: jung und Alt

D: Jung und Alt

Neffgen-Werner wollte kein Risiko eingehen und nahm den "50:50"-Joker, durch den alle restlichen Hilfen verfielen und der Antwort "C" sowie die richtige Antwort "D" stehen ließ. Glück für die Kandidatin, die Antwort "C" ausgeschlossen und zu Antwort "A" tendiert hatte. Danach wollte der Moderator für 32.000 Euro dies hier von der Standesbeamtin wissen:

"Whether you’re a brother or whether you’re a mother. You’re…”?

A: like a virgin

B: more than a feeling

C: stayin’ alive

D: so lonely

Die Siegburgerin konnte die Frage nicht beantworten und nahm die 16.000 Euro. "Stayin‘ alive" – ein Song von den legendären "Bee Gees" – hätte sie weitergebracht. Zu guter Letzt durfte Jauch noch den Ochtruper Polizisten Heinz-Dieter "Hardy" Hermann begrüßen, der aber kaum mehr Zeit hatte, um sein Wissen unter Beweis zu stellen. Hermann steht bei 2.000 Euro und darf beim nächsten Zocker-Special am kommenden Montag wieder ran.

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Zocker-Special bei "Wer wird Millionär?": Kandidatin verblüfft Jauch mit dreister Frage

So gut gelaunt wie bei der Fortsetzung des Zocker-Specials hatte man Günther Jauch schon lange nicht mehr gesehen. Kein Wunder, eine Kandidatin haute eine Pointe nach der anderen raus.