Hasardeure aufgepasst, hier konnten sie noch was lernen! Günther Jauch lud am Montagabend alle Glücksritter zum "Zocker-Special" von "Wer wird Millionär?". Und die Kandidaten machten dem Namen der Show alle Ehre – eine Kandidatin ganz besonders.

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Wenn Günther Jauch zum "Zocker-Special" bläst, dann ist das immer so, als würde man in einem Restaurant ein "Essen-Special" anbieten. Das klassische Eulen-nach-Athen-tragen, denn einer Quizshow, bei der es ums Zocken geht, noch ein "Zocker-Special" oben draufzusetzen, ist ein wenig kurios.

Gemeint ist aber natürlich, die regelmäßigen Zuschauer wissen es, dass die Kandidaten beim "Zocker-Special" statt um die übliche Million gleich um den doppelten Höchstbetrag spielen. Der Haken: Die Kandidaten müssen die ersten 9 der insgesamt 15 Fragen ohne einen der vier Joker richtig beantworten. Braucht man doch vorher einen, verfallen alle anderen Joker.

Insofern muss man tatsächlich entweder die richtigen Fragen erwischen oder aber ab und zu einen Schuss ins Blaue wagen – also zocken.

Langzeitstudenten und Nesthocker sitzen am Montagabend bei einer Special-Ausgabe von "Wer wird Millionär" auf dem Ratestuhl. Das ist ziemlich unterhaltsam, nimmt aber für Norbert Pany ein böses Ende. Die Eltern werden den Studenten weiter bezuschussen müssen.

"Es ist langweilig mit Ihnen"

Dennoch ist "Das Zockerspecial" noch aus einem anderen Grund eine kleine Mogelpackung. Denn anders als die "echten" Zocker, die Gambler in Western-Saloons, die Glücksritter in Hinterzimmern und die Spielsüchtigen in den Casinos dieser Welt, verspielen die Kandidaten bei "Wer wird Millionär?" nicht das Familiensilber. Sie können nichts verlieren – außer vielleicht ihre Reisekosten.

Dementsprechend gelassen können sich die Kandidaten eigentlich auf den Quiz-Stuhl setzen.

So wie Ingo Scholz. Der Student war der erste "Zocker" an diesem Abend. Scholz hatte zwar einen deutlich erhöhten Pulsschlag, wie ihm seine Pulsuhr verriet, rauschte aber nur so durch die ersten acht Fragen. Sogar Günther Jauch ging das zu schnell: "Es ist langweilig mit Ihnen", stellte der Moderator fest.

Damit sollte es aber ausgerechnet bei Frage neun plötzlich vorbei sein. Bei der letzten Frage, die der ehemalige Reisebusfahrer besser ohne Joker lösen sollte, wollte Jauch wissen:

"Wessen 2018 erschienene Autobiografie 'Becoming' ist in die Kapitel 'Becoming me', 'Becoming us', 'Becoming more' unterteilt?"

A: Joanne K. Rowling

B: Jennifer Lawrence

C: Michelle Obama

D: Cher

Scholz hatte eigentlich keine Ahnung, zeigte aber, warum er sich ausgerechnet beim "Zocker-Special" beworben hatte und entschied sich für die richtige Antwort, Michelle Obama.

Was ist eine Büschelauszugsprüfung?

Das sollte es aber auch erst einmal mit einem kleinen Hängerchen gewesen sein, denn auch bei den nächsten Fragen zeigte sich Scholz weitgehend souverän. Zwar gingen nach und nach die Joker flöten, aber der 31-jährige Student schaffte es schließlich bis zur 750.000-Euro-Frage. Die lautete:

"Was muss eine "Büschelauszugsprüfung" überstehen, um der entsprechenden DIN-Norm zu genügen?"

A: Perücken

B: Zahnbürsten

C: Matratzen

D: Rollrasen

Scholz vermutete den Rollrasen, das befragte Publikum war aber mehrheitlich für die Zahnbürsten. Das war Scholz dann doch zu heikel und er ließ das Zocken lieber sein. Richtige Entscheidung, denn nicht der Rollrasen, sondern die Zahnbürsten wären richtig gewesen. Scholz wird es verschmerzen können, schließlich nimmt er 250.000 Euro mit nach Hause.

Kandidatin zeigt, wie man richtig zockt

Wie man richtig zockt, zeigte die nächste Kandidatin, Michaela Barisic. Zwar lief es bei den ersten acht Fragen ziemlich glatt, doch bei der entscheidenden neunten Frage wollte Jauch Folgendes wissen: "Über den Titel 'Sexiest Man Alive' freute sich 2018 der britische Schauspieler …?"

A: Elba

B: Korsika

C: Malta

D: Capri

Barisic war völlig blank, nach ein bisschen Smalltalk mit Jauch sagte die Zockerin aber plötzlich: "Dann nehm' ich A. Hört sich doch am besten an." Jauch war sprachlos, konnte so viel Risikobereitschaft kaum fassen: "Sind sie wahnsinnig? Das können sie doch nicht machen!" Machte sie aber und lag richtig.

Doch statt nun ihr Glück nicht mehr ganz so tollkühn herauszufordern, ging es im gleichen Kamikaze-Stil weiter, bis Jauch der Mutter von Michaela Barisic im Publikum eine Pulsuhr zur Kontrolle anlegte. "Was zeigt er an?", wollte Jauch wissen und die Frau Mama antwortete unter dem Gelächter des Publikums: "1300."

Am Ende zahlte sich die Risikobereitschaft aus. Barisic steht beim vorläufigen Schlusspfiff bei der 250.000-Euro-Frage. Am kommenden Freitag wird man sehen, ob ihr der Zocker-Gott weiterhin gewogen ist.

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