"Wir sollten heiraten!" - Günther Jauch flirtet mit "Wer wird Millionär?"-Kandidat

Nicht vielen gelingt es, einen Günther Jauch in pure Sprachlosigkeit zu versetzen. Genau das hat Comedy-Urgestein Thomas Hermanns beim Promi-Special von "Wer wird Millionär?" geschafft. Hermanns verblüffte den Quizshow-Titan mit einer äußerst pikanten Frage.

Alles für den guten Zweck: Bestens gelaunt schaffte es Jeanette Biedermann als erste Promi-Kandidatin auf den Ratestuhl von Günther Jauch. Zum Auftakt der Sonderausgabe von "Wer wird Millionär?" im Rahmen des RTL-Spendenmarathons bekam der Moderator jedoch erstmal ein großes, wenngleich "vergiftetes" Kompliment: "Seit meiner Geburt bin ich ein Fan von Ihnen, Herr Jauch!" Nicht das letzte Mal, dass Jauch in der Sendung kurz sprachlos war.
Jeanette Biedermann entschied sich für die Variante mit vier Jokern und musste erst bei der 32.000-Euro-Frage länger überlegen: "Was überprüfen Hundebesitzer ihrem Vierbeiner zuliebe mit dem Sieben-Sekunden-Test?"
Die Schauspielerin und Sängerin fragte das Publikum um Rat, obwohl sie eigentlich schon den richtigen Riecher hatte. 92 Prozent tippten auf Antwort C. Mit dem Sieben-Sekunden-Test überprüfen Hundehalter, ob der Asphalt zu heiß ist für die Pfoten ihrer Lieblinge. Richtig!
Biedermann freute sich über den Gewinn von 32.000 Euro - und sah sich sogleich einer Behörden-Frage konfrontiert: Wie sieht ein EU-weit verwendetes Symbol auf Küchenutensilien aus, das anzeigt, dass etwas für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist?
Messer und Löffel? Teller und Becher? Glas und Gabel? Oder etwa Pfanne und Topf? Puh, das brachte die sympathische Berlinerin ins Schwitzen.
Zum Glück half ihr jemand aus dem Publikum: Petra Brause, eine Fleischereifachverkäuferin aus Delmenhorst. "Ich hoffe, ich blamiere mich jetzt nicht, aber es ist meiner Meinung nach C." Recht hatte sie. Weiter ging's für Jeanette Biedermann.
Nun ging es um 125.000 Euro. "Was ist zur Sicherheit der Patienten häufig mit einem Röntgenkontrastfaden versehen?" Da wusste auch Telefonjoker Prof. Dr. Eckhard Freise keinen Rat. Der Name kommt Ihnen bekannt vor? Er war der allererste Millionär in der Rateshow, "noch zu D-Mark-Zeiten", erinnerte sich Jauch.
So verabschiedete sich eine strahlende Jeanette Biedermann mit immerhin 64.000 Euro für den guten Zweck. Es folgte der wohl prickelndste Auftritt des TV-Abends, was nicht nur an der reichlich servierten "Puff-Brause" (O-Ton Günther Jauch) lag.
Für Comedy-Veteran Thomas Hermanns ging ein langersehnter Wunsch in Erfüllung: "Ich habe so oft erzählt, dass ich unbedingt eingeladen werden will, bis es endlich in der Zeitung stand!", gestand er Gastgeber Jauch. Auch er entschied sich für die Variante mit vier Jokern - und präsentierte sich bestens gelaunt auf dem Ratestuhl.
"Was soll man einem verbreiteten Haushaltstipp zufolge zerschneiden, um eine Schere wieder scharf zu machen?", lautete die 4.000-Euro-Frage. Hermanns entschied sich für gefaltete Alufolie.
Und er hatte damit Recht. "Metall reibt auf Metall, und dadurch wird es wieder ein bisschen schärfer", erklärte Jauch. Als sich die beiden über ihre TV-Vorlieben (Jauch mag Tierdokus, Hermanns Trash-TV) austauschten, wurde es immer prickelnder. "Herr Jauch, eigentlich sind wir beide ziemlich ausbalanciert", stellte Hermanns fest. Dessen Reaktion: "Wir sollten heiraten!"
Hermanns grübelte über den Antrag und stellte die wohl gewagteste Frage in 20 Jahren "Wer wird Millionär?": "Ich habe eh so ein Date-Gefühl. Herr Jauch, hatten Sie schon mal homosexuelle Erfahrungen?" Das Publikum lachte laut, Jauch verstummte. Für ein paar Sekunden jedenfalls. Und konterte dann geschickt: "Darüber können wir uns doch noch nach der Sendung unterhalten." - "Manchmal gibt es ja bei Heteros diese Zwei-Liter-Rotwein-Bisexualität", vermutete Hermanns. Zu diesem Zeitpunkt war schon viel Sekt geflossen.
Der Zusatz-Joker bei der 64.000-Euro-Frage ließ Günther Jauch verzweifeln. Die Frage war aber auch fies: "Ist hierzulande bei Halbmond die linke Hälfte zu sehen, dauert es wie lange bis zum nächsten Vollmond?" Der Mann war felsenfest überzeugt: eineinhalb Monate. Doch Jauch intervenierte - und räumte für den Herren, der er zuvor noch verbal abgewatscht hatte, seinen Platz.
Richtig war die Antwort C - drei Wochen dauert es bis zum nächsten Vollmond. Thomas Hermanns verabschiedete sich mit dem unterhaltsamsten Auftritt der vier Promi-Kandidaten - und 125.000 Euro für Kinderprojekte.
Nun durfte SPD-Bundesminister Hubertus Heil auf dem Ratestuhl Platz nehmen. Jauch verriet beim Warmreden, dass er oft versucht habe, Linken-Politiker Gregor Gysi in die Show zu locken - der hätte sich aber immer irgendwie herausgeredet.
Heil ist Bundesminister für Arbeit und Soziales. Gegen Gysis "WWM"-Feigheit stichelte er: "Der weiß doch immer alles besser. Der muss mal kommen!"
"Was ist Radfahrern im Straßenverkehr hierzulande grundsätzlich untersagt?" Kopfhörer tragen, angeleinte Hunde mitführen, Trinkflasche benutzen oder freihändig fahren? Zum Glück bekam Hubertus Heil Hilfe aus dem Publikum. Ein junger Mann wusste bestens Bescheid: Es ist gesetzlich verboten, freihändig zu fahren!
Bei der Frage um 125.000 Euro hätte der SPD-Mann wissen müssen, dass der Schwager von Dirk Nowitzki bei der letzten Fußball-WM mitgespielt hat - tat er aber nicht. Und so verließ auch Heil den Ratestuhl mit immerhin 64.000 Euro.
Der vierte und letzte Promi-Kandidat war Bestseller-Autor Sebastian Fitzek. Er wurde erstmals gefordert bei der 8.000-Euro-Frage: Welche tierische Zutat wird für Faltencremes verwendet? Der 47-Jährige lag am Ende jedoch richtig: Schneckenschleim.
Bei der 16.000-Euro-Frage zog Fitzek den Publikums-Joker. Wem gehört der Personalausweis? Nicht den Personen, sondern der Bundesrepublik Deutschland! In der nächsten Frage ging es darum, welche der vier möglichen Antworten keine Voraussetzung für Blutspender sei. Fitzek entschied sich für das Mindestgewicht von 70 Kilo - und auch das stimmte.