Ehe Herr Löw am Montagabend mit 32.000 Euro die Heimreise antreten durfte, kosteten ihn Günther Jauchs Fragen viel Schweiß. Ins Schwitzen geriet vermutlich auch die Berliner Tinder-Expertin bei ihrem Date mit dem Moderator. Die schwäbische, nicht allzu ausgekochte "Spätzle-Juristin" hatte zu diesem Zeitpunkt ihr Martyrium bereits hinter sich.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

Gestartet wurde am Montagabend mit Verena Essinger, die beim letzten Mal Günther Jauch und die auf der Tribüne sitzenden Millionäre doch einigermaßen fassungslos machte. Sie hatte erhebliche Probleme mit den Fragen des Moderators und wäre als Schwäbin obendrein noch beinahe an einer Spätzle-Frage gescheitert. Die angehende Juristin, die bei 2.000 Euro stand, konnte dieses Mal immerhin noch zwei Fragen beantworten, bevor sie der Moderator für 8.000 Euro mit dieser tierischen Frage quälte:

Was ist nach dem Känguru die neueste von Marc-Uwe Kling erdachte Figur?

  • A: NEINhorn
  • B: GIERaffe
  • C: PeliKANN
  • D: KarpFAN

"Also ich würde zu dem GIERaffen tendieren, aber 8.000 Euro sind für mich viel Geld, und 500 Euro sind darüber hinaus deutlich weniger als 8.000", so die Kandidatin, der man hier nicht widersprechen konnte. Verena Essinger hatte es hinter sich und durfte mit, ja, 8.000 Euro heimgehen. Das NEINhorn wäre übrigens die richtige Antwort gewesen.

Münchnerin rät sich in 1,4 Sekunden in die Mitte

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal drauflos raten. Nach dieser Devise erledigte Melanie Schulz in sagenhaften 1,4 Sekunden die Auswahlfrage. Danach präsentierte die Münchnerin sich aber klug und angenehm unaufgeregt, musste aber dennoch bereits bei der 1.000-Euro-Frage zum Hörer greifen:

Was wird häufig aus dem Schokobecher getrunken?

  • A: Doppelkorn
  • B: Pflaumenschnaps
  • C: Eierlikör
  • D: Strohrum

"Das ist superpeinlich, aber ich weiß es nicht", meinte sie zuvor. Auch der Freund am Rohr, ein Alkohol-Aficionado vor dem Herrn, war sich nicht sicher, tendierte aber zum Eierlikör, den die Kandidatin letztlich auch schluckte, also einloggte. Sie war damit eine Runde weiter.

Mit "Hilfe" von Millionär Jan Stroh runter auf 500 Euro

Bei der 16.000-Euro-Frage kamen dann erstmals auch die Millionäre zum Einsatz, die wieder als Zusatzjoker fungierten. Jan Stroh musste der IT-Projektmanagerin bei dieser Frage assistieren:

Wessen monatliche "Entschädigung" knackte mit der Erhöhung im Sommer 2019 die 10.000-Euro-Marke?

  • A: Bundestagsabgeordnete
  • B: Kardinäle
  • C: Bundesligaschiedsrichter
  • D: Universitätsprofessoren

Die Sache wurde kompliziert: Die Kandidatin konsultierte "Zusatzjoker" Stroh, der zunächst zu Antwort D tendierte. Schulz legte aber noch den 50:50-Joker nach, der Strohs Tendenz torpedierte und A und C übrigließ, was Stroh verwirrte.

Jetzt propagierte der Neo-Millionär die Bundesligaschiedsrichter, die Schulz dann leider auch ins Rennen schickte. "Der Begriff 'Entschädigung' ist klassisch für den Bundestag", musste Jauch sie enttäuschen. Dessen Abgeordnete erhalten eine angemessene, ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung. "Tut mir leid", entschuldigte sich Jan Stroh noch bei Schulz, die ihren Absturz auf 500 Euro jedoch mit Fassung trug.

Löw knockt den Physiotherapeuten des Mainz 05 aus

Dass ein Mann mit dem Nachnamen Löw die nächste Auswahlfrage aus dem Bereich "Fußball" am flottesten meisterte, hingegen der Physiotherapeut des Mainz 05 sie gar nicht erst hatte beantworten können, sorgte auch in den Sozialen Medien für Heiterkeit. Matthias Löw aus Oettingen in Bayern machte seine Sache auch danach richtig gut. Es dauerte nicht lang, da bekam er es schon mit dieser 32.000-Euro-Frage zu tun:

Was dürfen deutsche Staatsbürger in Dänemark nur in Ausnahmefällen?

  • A: Öresundbrücke nutzen
  • B Job annehmen
  • C: Lkw mieten
  • D: Ferienhaus kaufen

Löw konnte nur Antwort A ausschließen, weshalb er sich von seiner Begleitperson unter die Arme greifen ließ. "Ich würde sagen ‚Ferienhaus kaufen‘", so der Freund auf der Tribüne. Und zwar, damit die Immobilien unter den Einheimischen bleiben würden, ergänzte er noch sinngemäß. Da Löw die Erklärung plausibel schien, stand er auch schon vor dieser 64.000-Euro-Frage:

Die bislang letzten Grand-Slam-Turniersieger im Tenniseinzel sind bei den Männern Novak Djokovic und bei den Frauen Sofia...?

  • A: Tansanin
  • B: Kenin
  • C: Liberin
  • D: Somalin

Jetzt war es der Telefonjoker, auf den der Englisch- und Religionslehrer setzte. "Ich tippe auf B, weiß es aber nicht", so der Gehilfe, der damit Löws Bauchgefühl bestätigte. "Ich nehme Antwort B", meinte der Kandidat zu Jauch, um keine 20 Sekunden später aber doch noch kalte Füße zu bekommen. "Ich pack’s und freu mich über 32.000 Euro", so der Kandidat plötzlich, dessen Anspannung sich in heftigem Transpirieren manifestierte. "Zwei so schöne Schwitzeflecken", meinte Jauch, dem Löws Feuchtgebiete nicht verborgen gelblieben waren. Antwort B wäre die korrekte gewesen.

Tinder-Expertin Marie Luise Ritter steht nicht auf Superhelden

Als letzte Kandidatin am Montagabend schaffte es Marie Luise Ritter in die Mitte zu Günther Jauch. Die Bloggerin und "Social Media"-Beraterin, die bereits ein Buch über ihre Tinder-Erfahrungen veröffentlicht hat, wischte die Fragen mit ihren richtigen Antworten zunächst nur so zur Seite.

Nur Rendezvous mit Superhelden hatte sie bis dato offenbar noch keine, weshalb sie bei dieser 2.000-Euro-Frage einen Freund anrufen musste:

Gegen wen kämpfen Thor, Hulk, Iron Man, Captain America und Black Wido in "The Avengers"?

  • A: Gerhard
  • B: Hillu
  • C: Helmut
  • D: Loki

"Loki kommt mir irgendwie bekannt vor, aber ich bin gar nicht gut bei Filmen", so ihr Telefonjoker, der selbst bereits einmal 250.000 Euro bei "Wer wird Millionär?" abräumen konnte. "Wir nehmen jetzt einfach Loki. Es sind ja nur 2.000 Euro", so Ritter die damit gut beraten war. Sie steht derzeit bei 8.000 Euro und hat am 18. Mai ihr zweites Date mit Günther Jauch.

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