Die Posse um den Sänger Xavier Naidoo und eine Doku auf dem Sender Vox geht weiter. Nach heftiger Kritik an der Sendung meldet sich nun der Regisseur zu Wort und teilt seinerseits aus. Applaus bekommt er dafür unter anderem von Til Schweiger.

Es wird einfach nicht ruhig um Xavier Naidoo. Nach der Doku "Die Xavier Naidoo-Story 2016", die der Sender Vox nach einer Ausgabe der Show "Sing meinen Song" ausgestrahlt hatte, erreicht die Kontroverse um den Sänger einen neuen Höhepunkt.

Sie mochten den Sänger bislang nicht? Jetzt verstehen Sie ihn wenigstens.

Harold Woetzel, der Regisseur der Dokumentation, veröffentlicht ein sehr langes, sehr ausführliches Statement, in dem er sich gegen die Kritik an seinem Film verwehrt und Xavier Naidoo gegen Vorwürfe wie Homophobie oder Antisemitismus Punkt für Punkt verteidigt. (Auch wenn er schreibt, es sei "keine Verteidigung für Xavier Naidoo".)

Dabei holt der Filmemacher weit aus und teilt kräftig gegen alle aus, die seine Doku und/oder Xavier Naidoo kritisieren ("Hasskampagne", "Rufmord"). Naidoo-Unterstützer wie zum Beispiel Til Schweiger sind begeistert:

Falls Sie gar nicht mehr so genau wissen, wer hier eigentlich mit wem streitet und warum, hier noch einmal die bisherigen Ereignisse in aller Kürze:

Es begann mit der Nominierung von Xavier Naidoo für den Eurovision Song Contest 2016 im November des vergangenen Jahres. Die Entscheidung des NDR sorgte für Aufsehen und Wirbel, vor allem in den sozialen Medien.

Naidoo schwieg monatelang

Die Kritiker warfen Naidoo Homophobie, Antisemitismus und die Nähe zu den sogenannten "Reichsbürgern" vor und hielten es für eine schlechte Idee, dass er Deutschland bei dem Musikwettbewerb vertreten sollte.

Der Sänger reagiert nach Monaten auf den Shitstorm.

Nachdem sogar internationale Medien über die umstrittene Nominierung berichtet hatten, zog der NDR den Vorschlag wieder zurück. Stattdessen wurde die junge Anime-Prinzessin Jamie-Lee Kriewitz nach Stockholm geschickt - mit dem bekannten Ergebnis.

Naidoo selbst schwieg monatelang zu der zurückgezogenen ESC-Nominierung. Erst im Rahmen der Doku über ihn erfuhr man seine Sicht der Dinge: "Wenn es eine Demokratie nicht aushält, dass ein kleiner Sänger aus Mannheim sein Maul aufmacht, dann ist die Demokratie auch nichts wert."

Streit um "Schmieren-Dokumentation"

Insgesamt fiel "Die Xavier Naidoo-Story 2016" natürlich sehr positiv aus. Im direkten Anschluss an die erfolgreiche "Sing meinen Song"-Sendung mit dem Sänger war auch kaum etwas anderes zu erwarten. Dass jedoch auf die Kritik an Naidoos Ansichten fast gar nicht eingegangen wurde, stieß nicht wenigen Journalisten auf. Vor allem Medienkritiker Stefan Niggemeier sparte nicht mit Kritik und nannte den Film eine "Schmieren-Dokumentation".

Nun hat also Regisseur Harold Woetzel wortreich auf die Kritik reagiert. Da er sich nicht nur verteidigt, sondern seinerseits Vorwürfe erhebt, ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis Niggemeier & Co. antworten.