Zehnter Todestag von Leslie Nielsen: Die erfolgreichsten Filme der "nackten Kanone"

Vor zehn Jahren, am 28.11.2010, verstarb der legendäre Komiker Leslie Nielsen. Der Kanadier war vor allem für seine Rollen in zahlreichen Slapstick-Streifen und Hollywood-Parodien bekannt. Diese Filme bleiben unvergessen. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Ehe sich Leslie Nielsen als Schauspieler einen Namen machte, studierte der Kanadier an der Academy of Radio Arts in Toronto und war mehrere Jahre als Disc-Jockey bei diversen Radiosendern tätig. Mit "König der Vagabunden" feierte Nielsen 1956 sein Kinofilmdebüt.
Nur kurze Zeit später erhielt Nielsen eine größere Rolle im Science-Fiction-Streifen "Alarm im Weltall" (1956). Darin mimte er den Kapitän Adams, Kopf der Mannschaft auf dem Raumkreuzer C-57D. Das Projekt verschaffte dem Kanadier einen langfristigen Vertrag mit einem Filmstudio sowie weitere Rollen in großen Hollywoodproduktionen.
Für die Komödie "Tammy" (1957) stand Nielsen mit der Schauspielerin Debbie Reynolds vor der Kamera. Nielsen mimte den Piloten Peter Brent, der eines Tages mit seinem Kleinflugzeug vor dem Hausboot der 17-jährigen Tammy (Reynolds) abstürzte. Die pflegte den verletzten Peter liebevoll gesund und ließ sich von ihm in Sachen Liebesdingen aufklären. Das Titellied des Films wurde 1958 für einen Oscar nominiert.
Zwischenzeitlich wechselte Nielsen das Genre, etwa für den Katastrophenfilm "Die Höllenfahrt des Poseidon" (1972). Darin spielte er den Kapitän eines Unglücksschiffs, das in der Nähe von Kreta in ein Seebeben geriet. Nur sechs Personen überlebten die "Höllenfahrt".
Zum ersten Mal größere Aufmerksamkeit erfuhr Nielsen 1980: Nachdem er mehr als 30 Jahre als Schauspieler gearbeitet hatte, feierte er 1980 mit "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" einen ersten Achtungserfolg. Zwar spielte er dort nur eine Nebenrolle, konnte aber mit seiner Fähigkeit glänzen, trotz absurd-komischer Dialoge äußerlich völlig ernst zu bleiben.
In "Prom Night - Die Nacht des Schlächters" tobte sich Leslie Nielsen im Horror-Genre aus. An seiner Seite: Hollywoodgröße Jamie Lee Curtis, die seine Ehefrau und die Mutter seines Sohnes Alex (Michael Tough) spielte. Alex' Abschlussball endete darin in einem blutigen Schlachtfeld.
Die Reihe war eine Adaption der Miniserie "Die nackte Pistole“ (1982, Originaltitel: "Police Squad!"), die heute ebenfalls Kultstatus hat.
Inzwischen völlig sicher in der Welt des Slapsticks, parodierte Leslie Nielsen als Pater Jebedaiah 1990 den Horror-Klassiker "Der Exorzist". Die Kritiken von "Von allen Geistern besessen!" fielen jedoch nicht so positiv aus wie die von Nielsens früheren Filmen.
Erstmals als Santa persönlich war Nielsen 1991 in "Mein Weihnachtswunsch" zu sehen. Darin erhielt er von der kleinen Hallie (Thora Birch) und ihrem Bruder Ethan (Ethan Embry) den Auftrag, ihre geschiedenen Eltern wieder zu vereinen. In den USA spielte die Weihnachtskomödie 14,8 Millionen Dollar ein.
1995 knöpfte sich der Filmemacher Mel Brooks den berühmten Roman von Bram Stoker vor und verfilmte eine ganz eigene Version des transsylvanischen Grafen. Leslie Nielsen schlüpfte in "Dracula - Tot aber glücklich" natürlich in die Rolle des Urvampirs.
In "Rent-a-Kid" mimte Nielsen 1995 Harry Haber, der stellvertretende Leiter eines Waisenhauses. Um die Probleme vieler Ehepaare in Sachen Familienplanung zu lösen, entschied er sich, eine Art Kinder-Verleih-Service aufzustellen. Die Komödie erhielt 1998 mit "Die verrückte Kanone" eine Fortsetzung.
Als amerikanischer Geheimagent Dick Steele nahm Leslie Nielsen 1996 die James-Bond-Filme aufs Korn. Die Slapstick-Komödie "Agent 00 - Mit der Lizenz zum Totlachen" stieß damals auf gemischte Kritiken.
"Mr. Magoo" gilt als einer von Nielsens besten Filmen. In der rasenden Comic-Adaption von Stanley Tongs stolperte er als kurzsichtiger Millionär und tauber Titelheld Mr. Quincy Magoo durch eine bunte Welt, ohne dass ihm auch nur ein Haar gekrümmt wurde.
Ob "Auf der Flucht", "Titanic", "Baywatch" oder "Mission: Impossible" - in "Leslie Nielsen ist sehr verdächtig" wurden sämtliche Filmklassiker verulkt. Nielsen schlüpfte in der Komödie in die Rolle des Geigenvirtuosen Ryan Harrison, der auf seiner Tournee ein Verhältnis mit der schönen Lauren (Kelly LeBrock) anfing.
In "Mein Weihnachtswunsch" schien Nielsen als Santa überzeugt zu haben, denn: 2000 sah man den Kanadier erneut in der Rolle des roten Mannes mit Rauschebart in "Hallo, ich bin der Weihnachtsmann". Die Komödie wurde 2001 für mehrere Awards nominiert.
In "2002 - Durchgeknallt im All" (2000) wurde Leslie Nielson einmal mehr ins Weltall geschickt. Als Marshal "Dick" Dix lag es an ihm, den entführten US-Präsidenten aus den Klauen verrückter Aliens zu befreien.
Als ziemlich verspulter Privatdetektiv Jack Potter machte es sich Leslie Nielsen in "Camouflage" (2001) zur Aufgabe, den erfolglosen Kriminalspielautor Marty (Lochlyn Munro) zum Ermittler auszubilden. Zu jener Zeit war Nielsen bereits 75 Jahre alt.
In den Teilen 3 (2003) und 4 (2006) der Horror-Persiflage "Scary Movie" übernahm Nielsen ebenfalls eine tragende Rolle, dieses Mal als US-Präsident Baxter Harris. Auch in diesen beiden Filmen nahm erneut David Zucker auf dem Regiestuhl Platz.
Erneut David Zucker, erneut eine Parodie. "Superhero Movie" (2008) war einer der letzten Filme von Leslie Nielsen. Natürlich wurden darin Superhelden-Filme neuerer Machart auf die Schippe genommen, insbesondere "Spider-Man". Leslie Nielsen spielte den Onkel Albert Adams des Hauptcharakters Rick Riker (gespielt von Drake Bell, li.), der ein Doppelleben als Superheld Dragonfly führte.
Leslie Nielsen hat in seiner langjährigen Karriere in mehr als 50 Kinofilmen mitgewirkt. Am 28. November 2010 verstarb der Schauspieler an einer Lungenentzündung. Dennoch steht Nielsen auch zehn Jahre nach seinem Tod wie kaum ein anderer für wunderbaren Klamauk und herrlichen Slapstick made in Hollywood.