Am Mittwoch ist Martin Winterkorn als Vorstandschef von VW zurückgetreten und hat damit die Verantwortung für die Abgas-Affäre übernommen. Noch steht nicht fest, wie viel der Autokonzern dem scheidenden Chef an Abfindung bezahlt. Offenbar stehen Winterkorn fast 30 Millionen Euro zu - allein aus Pensionsansprüchen.

Das berichtet "Spiegel Online" unter Berufung auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach hat Winterkorn, der seit 2007 den VW-Konzern leitet, Pensionsansprüche bis Ende 2014 in Höhe von 28,6 Millionen Euro. Zudem könnten ihm Abfindungszahlungen zustehen. In dem Bloomberg-Bericht ist die Rede von zwei Jahresvergütungen. Im vergangenen Jahr soll der Manager laut "Spiegel Online" über 15 Millionen Euro verdient haben.

Die Abgas-Affäre bei VW hat die Ära Winterkorn jäh beendet. Vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag wird die Nachfolge nicht entschieden. Doch längst sind Namen in der Welt. Aber ist wirklich nur VW betroffen? Die Grünen fordern Prüfungen auch bei anderen Herstellern.

Steht Martin Winterkorn eine Abfindung zu?

Unklar ist jedoch, an welche Bedingungen die Zahlungen gebunden sind. Wenn der Vertrag von Winterkorn vorzeitig aufgelöst wird, steht ihm eine Abfindung zu. Wenn er wegen einer eigenen Verfehlung rausgeworfen wird, nicht.

Winterkorn hatte in seiner Rücktrittserklärung gesagt, dass er "als Vorstandsvorsitzender die Verantwortung für die bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren" übernehme. Deswegen habe er "den Aufsichtsrat gebeten, mit mir eine Vereinbarung zur Beendigung meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns zu treffen. Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin."

Der Aufsichtsrat erklärte, dass das Rücktrittsangebot respektiert werde. Zugleich heißt es in der Stellungnahme, dass "Herr Professor Dr. Winterkorn keine Kenntnis hatte von der Manipulation von Abgaswerten." (cai)