Abgas-Skandal: Der VW-Konzern zieht weitere personelle Konsequenzen. Nach Winterkorns Rücktritt müssen zwei weitere Top-Manager ihre Posten räumen. Das berichtet "bild.de" unter Bezug auf Informationen der "Bild am Sonntag" (Bams).

Dem Bericht zufolge handelt es sich um Audi-Vorstand Ulrich Hackenberg und Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz. Die "Bams" bezieht sich auf Informationen aus Unternehmerkreisen. Beschlossen werden soll das Ausscheiden der Vorstände voraussichtlich am Freitag bei einer VW-Aufsichtsratssitzung.

Allein die Pensionsansprüche belaufen sich wohl auf 28,6 Millionen.

Wie "bild.de" weiter berichtet, waren beide Manager lange Jahre bei VW tätig, Hackenberg als Entwicklungschef und Hatz als oberster Motorenentwickler. VW hat die Autos mit einer Software so manipuliert, dass sie bei Tests deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide ausstießen als tatsächlich auf der Straße. Der Einbau der Software in die Autos fällt laut "bild.de" in ihre Amtszeit.

VW-Chef am Mittwoch zurückgetreten

Konzernchef Martin Winterkorn trat wegen der Affäre zurück. "Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist", sagte Winterkorn. "Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen-Konzern möglich waren."

Als Vorstandschef übernehme er die Verantwortung für die bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren. Er habe daher den Aufsichtsrat gebeten, mit ihm "eine Vereinbarung zur Beendigung meiner Funktion" als Vorstandsvorsitzender zu treffen. "Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin", erklärte Winterkorn.

Das fünfköpfige Präsidium des VW-Aufsichtsrats hatte zuvor nach einem Weg aus der tiefen Vertrauenskrise gesucht. Im Mittelpunkt standen dabei personelle Konsequenzen aus der Affäre um manipulierte Messungen beim Schadstoffausstoß von Dieselmotoren in den USA. (far/dpa)