Ein ehemaliger Auszubildender der Commerzbank hat vor Gericht eingeräumt, im großen Stil Kundengelder unterschlagen zu haben. Der 24-Jährige legte vor dem Landgericht Mannheim ein umfassendes Geständnis ab. Laut Anklage soll er mit Komplizen zusammen mehrere hunderttausend Euro von Kundenkonten der Commerzbank abgezweigt haben.

Es ist ein Coup wie aus einem Hollywoodfilm: Ein 24-jähriger Azubi hatte im Herbst 2009 Konten von Kunden der Commerzbank im großen Stil geplündert haben. Gemeinsam mit einem Komplizen muss sich der Angeklagte deshalb vor dem Mannheimer Landgericht verantworten. Den beiden Männern wird vorgeworfen, sich im Herbst 2009 in "Untergrundforen" des Internets gemeinsam mit drei weiteren Personen zu einem bandenmäßigen Computerbetrug verabredet zu haben. Laut dem Ersten Staatsanwalt Peter Lintz in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 23. April soll das Ziel hierbei gewesen sein, illegal an das Geld von Bankkunden zu kommen.

Der 24-Jährige absolvierte zu diesem Zeitpunkt eine Ausbildung bei der Commerzbank in einer Filiale in Hockenheim. Mit so genannten "Keyloggern" soll das Team Zugangsdaten von Bankmitarbeitern ausspioniert haben, um auf die Daten von Kunden zugreifen zu können.

Mit gefälschten Ausweisen, eigens dafür eingerichteten Bankfächern in Bayern und freigeschalteten Online-Banking-Zugängen griff der Bank-Azubi mit seinen Kumpanen insgesamt 22 EC-Karten inklusive Geheimzahlen ab und hob innerhalb von wenigen Stunden rund 100.000 Euro ab. Insgesamt sollen die Betrüger durch Abhebungen in mehreren Städten Deutschlands 217.000 Euro erlangt haben. Der Azubi selbst soll für den Coup einen Anteil von 10.000 Euro erhalten haben.

Im Frühjahr 2010 war offenbar noch ein weiterer Zugriff der Bande geplant, der insgesamt rund 800.000 Euro hätte einbringen sollen, so Lintz. Die beiden Angeklagten waren damals aber zuvor verhaftet und wegen ihrer umfassenden Geständnisse nach mehrmonatiger Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Anklage lautet unter anderem auf gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrug. Der 26 Jahre alter Komplize wird nach einer Verständigung der Prozessbeteiligten wohl mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Dem Ex-Azubi droht dagegen eine Haftstrafe ohne Bewährung. (ncs/dpa)