• Die deutsche Wirtschaft stieg im ersten Quartal 2022 nur leicht an.
  • Wegen Corona und dem Ukraine-Krieg sehen die wirtschaftlichen Aussichten für den Euroraum aber alles andere als rosig aus.
  • EU-Kommission hat Wachstumserwartungen kräftig nach unten korrigiert.

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Die deutsche Wirtschaft ist mit einem Mini-Wachstum in ein schwieriges Jahr gestartet. Trotz anhaltender Corona-Pandemie und erster Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine legte die Wirtschaftsleistung im ersten Vierteljahr 2022 um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Mittwoch seine erste Schätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal von Ende April.

Wirtschaftliche Aussichten für den Euroraum erheblich eingetrübt

Allerdings haben sich die Aussichten für die Wirtschaft in Deutschland und im Euroraum erheblich eingetrübt: Steigende Energiepreise und Lieferengpässe werden zunehmend zur Belastung für die Industrie, die höchste Inflation seit Jahrzehnten bremst den privaten Konsum.

Noch gehen Volkswirte davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr zulegen wird. Doch die Konjunkturprognosen fallen inzwischen deutlich pessimistischer aus als vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine.

EU-Kommission korrigierte ihre Wachstumserwartungen bereits kräftig nach unten

Die EU-Kommission korrigierte jüngst ihre Wachstumserwartungen sowohl für die europäische Wirtschaft als auch für Europas größte Volkswirtschaft Deutschland kräftig nach unten: Für die Europäische Union sowie die Euroländer erwartet Brüssel im laufenden Jahr statt 4 Prozent nur noch jeweils 2,7 Prozent Wachstum. Die BIP-Prognose für Deutschland wurde von 3,6 Prozent auf 1,6 Prozent gesenkt.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sorgten nach Angaben der Wiesbadener Statistiker höhere Investitionen für Wachstum in Deutschland, während der Außenbeitrag die Exportnation bremste. Das befürchtete zweite Minusquartal in Folge und damit eine sogenannte technische Rezession blieb zumindest aus. Im Schlussquartal 2021 war die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 0,3 Prozent gesunken. Schrumpft die Wirtschaft zwei Vierteljahre in Folge zum Vorquartal, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession".

Allerdings hat der Ukraine-Krieg die Hoffnung auf eine kräftige Konjunkturerholung im laufenden Jahr zunichtegemacht. Die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs auf das Nachbarland hat die Probleme verschärft, die der deutschen Wirtschaft schon zuvor zu schaffen machten: allen voran in die Höhe schnellende Energiepreise sowie Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten. (dpa/mit)

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Bürger müssen sich auf anhaltend hohe Preise einstellen

Wer gehofft hatte, dass die Inflation und die Preise in Deutschland bald wieder sinken, könnte enttäuscht werden. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) müssen sich Verbraucher darauf einstellen, dass die Preise auch weiterhin erhöht bleiben. Nach Angaben des DIW-Präsidenten Marcel Fratzscher könnte die Inflation bis zu zehn Jahre auf dem aktuellen Niveau bleiben. (Bildnachweis: istock/Aja Koska)