• Fast 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland sehen sich laut einer Umfrage geschäftlich betroffen von den Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.
  • Dazu zählen zum Beispiel steigende Preise und gestörte Lieferketten.

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"Der schreckliche Krieg schlägt auch auf die deutsche Wirtschaft durch", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, am Freitag in Berlin. Die deutsche Wirtschaft spüre die Auswirkungen der russischen Invasion in der ganzen Breite. Konjunkturprognosen seien nun Makulatur. "Trotz dieser schmerzlichen Einbußen hören wir kaum Kritik an den verhängten Sanktionen."

Nach einer DIHK-Blitzumfrage unter 3700 Unternehmen aus allen Branchen berichten 60 Prozent der Unternehmen von Auswirkungen wie steigenden Preisen oder gestörten Lieferketten. 18 Prozent nennen direkte Folgen, etwa den Verlust von Kunden oder Lieferanten. Die Umfrage fand laut DIHK von Dienstag bis Donnerstag statt.

Gestiegene Energiekosten kommen auch bei den Kunden an

Weiter hieß es, über alle Branchen hinweg hätten neun von zehn Unternehmen höhere Energiekosten als spürbaren Effekt im eigenen Betrieb genannt. Besonders alarmierend seien die Ergebnisse aus der Industrie, so der DIHK. Zwei Drittel der Unternehmen müssten angesichts einer "Kostenklemme" mit der Weitergabe von Preissteigerungen an Kunden reagieren. Es drohe zusätzliches Inflationspotenzial, so Wansleben.

Der DIHK hatte die Bundesregierung bereits zu kurzfristigen Stabilisierungsmaßnahmen aufgefordert, etwa einer Absenkung der staatlichen Umlagen und der Stromsteuer zusammen mit zinsgünstigen KfW-Krediten oder sogar direkten Notfallzahlungen. Die Bundesregierung berät derzeit über ein Entlastungspaket für Verbraucher und Firmen.

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier sagte dem "Spiegel", es wäre sinnvoll, dass der Staat einen Härtefallfonds einrichte, der besonders betroffenen Unternehmen unbürokratisch Kapital gewähre. (dpa/fab)

Wegen Krieg in der Ukraine: Produktionsstopp bei Volkswagen

Die Auswirkungen des Ukrainekriegs sind auch in Deutschland zu spüren. Wegen fehlender Teile von ukrainischen Zulieferern musste Volkswagen vergangene Woche die Produktion von Elektroautos in Zwickau für vier Tage aussetzen. Diese Woche wird sogar die Gesamtproduktion im Stammwerk in Wolfsburg gestoppt. Auch andere Autobauer sind betroffen. (Bildnachweis: picture alliance/dpa/Hendrik Schmidt)