Einigung vor 25 Jahren: Die spannendsten Fakten rund um den Euro

Vor 25 Jahren, am 13. April 1996, einigten sich die Finanzminister der Europäischen Union bei einem Treffen in Verona auf eine Währungsunion: Der Euro war geboren! In insgesamt 19 EU-Staaten kann man mittlerweile mit der Währung bezahlen. Das sind die spannendsten Fakten rund um den Euro. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Der Name Euro war eine Idee des damaligen deutschen Bundesfinanzministers Theo Waigel. Andere Vorschläge waren "ECU" (European Currency Unit), "Europäischer Franken", "Europäische Krone" und "Europäischer Gulden".
Wer Teil der Währungsunion sein wollte, musste strenge Kriterien erfüllen. Neben langfristig stabilen Preisen, Zinsen und Wechselkursen kam es vor allem auf ausgeglichene Staatshaushalte an.
Insgesamt hat die Eurozone heute 19 Mitglieder. Als Zahlungsmittel wird der Euro allerdings noch in zehn weiteren Staaten sowie Überseegebieten genutzt. Auch Kosovo und Montenegro zahlen mit Euro, obwohl sie keine Mitgliedstaaten der EU sind.
Weitere Nicht-EU-Kleinstaaten sind Monaco, San Marino, Vatikanstadt und Andorra mit eigenen Euromünzen sowie die Überseegebiete Saint-Pierre und Miquelon, Mayotte und Saint-Barthélemy.
Das Euro-Symbol wurde 1997 von der Europäischen Kommission der EG-Staaten eingeführt. Es ist an das griechische Epsilon angelehnt und soll auf die "Wiege der europäischen Zivilisation" und den ersten Buchstaben des Wortes Europa erinnern. Die zwei parallelen Striche symbolisieren die Stabilität der Währung.
Als Bargeld wurde der Euro am 1. Januar 2002 eingeführt, diese Jahreszahl steht auch auf den meisten Geldstücken. Doch es gibt Münzen mit Prägedatum zwischen 1999 und 2001 - diese stammen entweder aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden oder Spanien.
Nach der Einführung des Euros ging ein regelrechtes Münz-Sammelfieber durch Europa. Neben den normalen Münzen der verschiedenen Mitgliedsstaaten gibt es auch reine Sammlermünzen mit limitierter Prägeauflage. Zu den wertvollsten zählt eine Jubiläumsmünze der Wiener Philharmoniker.
In den Ländern gab es zur Euro-Einführung ein sogenanntes Starterkit mit einigen Münzen, welches die Bevölkerung mit dem Euro vertraut machen sollte. In Deutschland enthielt ein solches Starterkit 20 Münzen im Wert von 10,23 Euro und hatte einen Gegenwert von 20,01 D-Mark.
Das kleinste Starterkit gab Finnland aus: Dort erhielten die Bürger acht Münzen im Wert von 3,88 Euro. Die Italiener erhielten hingegen 53 Münzen im Wert von 12,91 Euro.
Rund 126 Milliarden Euro-Münzen sind derzeit weltweit im Umlauf. Diese besitzen einen Gesamtwert von etwa 28 Milliarden Euro, wobei Ein- und Zwei-Euro-Münzen lediglich zehn Prozent ausmachen.
Wer braucht noch Cent-Münzen? Bereits fünf Länder haben Nägel mit Köpfen gemacht und die kleinsten Euro-Münzen (ein und zwei Cent) abgeschafft. In Italien, Finnland, den Niederlanden, Belgien und Irland landen diese nicht mehr in der Kasse.
Seit 2004 gibt es zu wichtigen Events oder Jahrestagen sogenannte Zwei-Euro-Gedenkmünzen. Die erste Ausgabe wurde zu den Olympischen Spielen 2004 in Athen in den Umlauf gebracht.
Deutschland produziert seit 2006 die sogenannte Bundesländer-Serie, deren Zwei-Euro-Gedenkmünzen jeweils einem Bundesland gewidmet sind. Den Anfang machte das Holstentor in Lübeck für Schleswig-Holstein. 2022 soll mit der Wartburg in Thüringen die letzte Gedenkmünze veröffentlicht werden.
Die verschiedenen Euro-Banknoten haben jeweils unterschiedliche Farben. Für den Fünf-Euro-Schein wählte man Grau, denn bei der Farbe sind Abnutzungsspuren nicht so schnell zu sehen. Gut so: Er ist nämlich der meistgenutzte Schein.
An den Unterschriften der EZB-Präsidenten auf den Euro-Banknoten kann man das Alter der Scheine abschätzen. Zuerst unterschrieb dort Willem F. Duisenberg, dann Jean-Claude Trichet, gefolgt von Mario Draghi und seit 2019 Christine Lagarde.
2013 stellte Mario Draghi, damals EZB-Präsident, eine neue Europa-Serie der Banknoten vor, die neben einem neuen Design nun auch die kyrillische Schrift des Wortes "Euro" (EBPO) beinhaltet - Grund war der EU-Beitritt Bulgariens.
Während die Münzen jeweils nationale Wahrzeichen oder prominente Persönlichkeiten auf der Rückseite abgebildet haben, sind die Banknoten in allen Ländern identisch. Sie zeigen Motive unterschiedlicher Baustile in Europa - es sind aber keine realen Bauwerke.
Laut einem Bericht der Europäische Zentralbank (EZB) ist der 20-Euro-Schein die meistgefälschte Banknote. Generell wird der Euro im Vergleich zu anderen Währungen aber selten gefälscht.
Physikalisch ist der Euro extrem robust. Die Banknoten werden unerbittlich getestet, um sie quasi unzerstörbar zu machen. So halten die Scheine etwa einen Vollwaschgang bis 90 Grad aus.
Die Lebensdauer eines Fünf- oder Zehn-Euro-Scheins beträgt durchschnittlich sechs Monate, bei 50 Euro sind es rund zwei Jahre. Das variiert allerdings von Land zu Land: In sogenannten Portemonnaie-Ländern wie den Niederladen halten sie am längsten. In anderen Regionen, wo die Scheine hauptsächlich in Hosentaschen verstaut werden, ist die Lebensdauer kürzer.