In Deutschland schwächt sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene weiter ab. Im Juni stiegen die Produzentenpreise im Jahresvergleich um lediglich 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

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Das ist der niedrigste Zuwachs seit Dezember 2020, also seit zweieinhalb Jahren. Im vergangenen Jahr waren die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten, zeitweise mit einer Rekordrate von 45,8 Prozent gestiegen. Seither ist der Preisauftrieb rückläufig.

Starken Preisanstiegen bei Verbrauchs- und Gebrauchsgütern standen kräftige Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern und Energie gegenüber, fassten die Statistiker die jüngste Entwicklung zusammen. Nahrungsmittel waren demnach 11,1 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Auch Gebrauchsgüter wie Möbel und Investitionsgüter wie Maschinen verteuerten sich spürbar. Dagegen waren Vorleistungsgüter wie Metalle oder Holz günstiger. Die Energiepreise sanken binnen Jahresfrist um 5,0 Prozent, nachdem sie vergangenes Jahr wegen des Ukraine-Kriegs zeitweise drastisch gestiegen waren.

Die Erzeugerpreise erfassen den Preisdruck auf Herstellerebene, indem sie die Verkaufspreise der Produzenten abbilden. Die Entwicklung wirkt sich auch auf die Verbraucherpreise aus, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet. Aufgrund der hohen Teuerung hat die EZB ihre Leitzinsen seit vergangenem Sommer deutlich angehoben. Für die nächste Zinssitzung in der kommenden Woche wird eine abermalige Anhebung erwartet.  © dpa

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