Frank Thelen wird 45: Sein Weg zum Erfolg

Frank Thelen feiert seinen 45. Geburtstag. Der Unternehmer und Investor gründete bereits mit 18 Jahren seine erste Firma und investiert heute erfolgreich in Start-ups. Bis Anfang 2020 war er in der "Höhle der Löwen" zu sehen. Wie wurde Frank Thelen zu einem der erfolgreichsten Investoren Deutschlands? © 1&1 Mail & Media/spot on news

Nach seinem Realschulabschluss begeisterte Frank Thelen sich zunächst vor allem für das Skate- und Snowboarden, bevor er die Software-Entwicklung für sich entdeckte. Doch seine Leidenschaft von damals hat er nicht ganz vergessen: Er unterstützt noch heute viele Projekte wie Titus Dittmanns "Skate-Aid".
Sein Informatikstudium an der Hochschule Bonn brach Thelen ab, um sich der Gründung seines ersten Unternehmens zu widmen: Mit nur 18 Jahren gründete er 1994 die Firma Softer Solutions, die ein innovatives Framework zur Herstellung von High End Multimedia CD-Roms entwickelte.
Zwei Jahre nach Unternehmensgründung fusionierte er mit Pro PC und veröffentlichte mehrere Multimedia-CD-Roms. Mit der Marke Create Media erstellte und betrieb er mehrere der ersten großen deutschen Websites. Hier ist Thelen mit seiner Frau Nathalie Thelen-Sattler zu sehen.
1997, da war Thelen gerade 22, erhielt er 1,4 Millionen D-Mark Kapital, um einen neuen Router zu entwickeln und zu vertreiben. Sein LIC-Router war eines der ersten Geräte, die lokale Netzwerke mit dem Internet verband und so ein Management über eine Webschnittstelle möglich machte. Das Unternehmen namens Twisd bereitete sich 1999 sogar für den Börsengang vor, doch wegen des Zusammenbruchs der Internetblase musste die Firma Insolvenz anmelden.
2004 gründete Frank Thelen dann die Firma ip.labs, die eine Online-Fotoservice-Plattform entwickelte, mit der man Fotoprodukte gestalten und bestellen konnte. Innerhalb von fünf Jahren wurde das Unternehmen zum Weltmarktführer solcher Online-Fotoservices und Frank Thelen verkaufte es 2008 zu 100 Prozent an Fujifilm.
2010 investierte Frank Thelen das erste Mal in Start-ups, darunter die Apps Wunderlist, myTaxi und kaufDA. Mit seiner Auswahl lag er goldrichtig: Noch im selben Jahr wurde kaufDA zur meistgeladenen App in deutschen Stores. Sie zählen außerdem zu seinen drei bemerkenswertesten Exits: Wunderlist wurde von Microsoft übernommen, MyTaxi von Daimler und kaufDA von Springer.
Im Jahr 2001 gründete Frank Thelen mit einer Finanzierung in Höhe von zehn Millionen US-Dollar die Firma doo, die unter anderem eine Dokumente-App entwickelte, die von Apple zur "App des Jahres" gewählt wurde - von Angela Merkel bekam er 2012 den "Innovate 4 Society Award" von Microsoft überreicht. Allerdings entsprach das Wachstum der Firma nicht den Erwartungen – Thelen hatte jedoch schon eine neue Idee.
Er entwickelte schließlich die App Scanbot, die noch heute eine der führenden Apps zum Scannen von Dokumenten ist und mehrfach von Apple mit Preisen ausgezeichnet wurde.
2014 wurde Frank Thelen Teil des Investorenteams der VOX-Sendung "Die Höhle der Löwen". In der ersten Staffel investierte er unter anderem in das Start-up Crispy Wallet und den Spielzeug-Vermietdienst "Meine Spielzeugkiste".
Und auch in der zweiten Staffel DHDL war der Investor wieder dabei: Dieses Mal investierte er mit Judith Williams und Vural Öger 100.000 Euro in das Modeunternehmen von Floerke und die Augsburger Suppenfirma Little Lunch.
2016 übergab Thelen seine CEO-Position bei Scanbot, um sich als CEO der Firma e42 voll und ganz auf Start-up-Investitionen zu konzentrieren. Er kehrte außerdem für Staffel drei der Erfolgsshow "Die Höhle der Löwen" zurück und investierte mit Carsten Maschmeyer (li.) 150.000 Euro in den Low-Carb-Pizza-Anbieter Lizza und 300.000 Euro in den Gewürzanbieter Ankerkraut.
2018 war ein aufregendes Jahr für Thelen: Er veröffentlichte seine Autobiografie "Startup-DNA", gründete seine Firma Freigeist Capital und kehrte zum fünften Mal in " Die Höhle der Löwen" zurück. Er investierte mit Judith Williams eine Million Euro in die Friseurschere Calligraphy Cut, mit Ralf Dümmel 500.000 Euro in das Verschluss-System GoLeyGo, 200.000 Euro in die Trinkmahlzeit YFood und 120.000 Euro in das Pommes-Start-up Frittenlove.
Um mehr Zeit für seine Technologie-Start-ups zu haben, trat Thelen in der sechsten Staffel DHDL etwas kürzer und ging sogar ohne Investition aus der Show – sein einziger Deal platzte im Nachgang der Sendung. Außerdem entschied er sich, nach der nächsten – seiner siebten – Staffel, aus der Show auszusteigen.
Im Frühjahr 2020 setzte Frank Thelen sich in der siebten Staffel zum letzten Mal in seinen Investorensessel. Er ging einen Deal mit der Sprachlern-App rootify ein, doch der Deal platzte. Mit seiner Firma Freigeist Capital investierte Thelen jedoch 2020 in die junge Raumfahrtfirma Endurosat.
Auf einigen Bildern war es schon zu sehen: Frank Thelen hat neben dem geschäftlichen Erfolg auch privat sein Glück gefunden. Seit Jahren führt er eine glückliche Ehe mit der Kieferorthopädin Nathalie Thelen-Sattler.