• Die deutsche Industrie hat ihren Gasverbrauch im vergangenen Monat offenbar deutlich reduziert.
  • Der Verbrauch lag im Juli um 21,3 Prozent unter dem vergleichbaren Mittelwert der Jahre 2018 bis 2021.
  • Der Rückgang zeige, "dass wir es schaffen können, eine Gasnotlage abzuwenden", sagt Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur.

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Der Erdgas-Verbrauch von Industriekunden in Deutschland lag im Juli rund 21,3 Prozent unter dem Juli-Mittelwert der Jahre 2018 bis 2021. Dies teilte die Bundesnetzagentur am Donnerstag in ihrem neuesten Gaslagebericht mit. Im Juni habe der Wert 13,6 Prozent, im Mai 11,6 Prozent unter dem Vierjahresmittel gelegen.

"Der Rückgang des Gasverbrauchs in der Industrie zeigt, dass wir es schaffen können, eine Gasnotlage abzuwenden", sagte Behördenpräsident Klaus Müller der Deutschen Presse-Agentur. "So schmerzhaft die enorm hohen Preise und die Einsparungen auch sein mögen, ein echter Gasmangel wäre noch schwerwiegender".

Deutschland hat sich verpflichtet, bis zum nächsten Frühling gut 10 Milliarden Kubikmeter Gas einzusparen. Die Bundesnetzagentur will künftig jeden Donnerstag Daten zum Gasverbrauch in der Industrie veröffentlichen. Zusätzlich zu den wöchentlichen Werten soll auf monatlicher Basis der prozentuale Rückgang des Verbrauchs dargestellt werden. Eine Darstellung des Gasverbrauchs von Haushaltskunden werde ebenfalls vorbereitet.

Beitrag der Haushalte

"Haushalte können bei den sommerlichen Temperaturen im Moment keinen großen Einsparbeitrag leisten", so Müller weiter. Wenn es kälter werde, komme es aber auch auf die Haushalte an. "Wer Gas spart, wird auch Geld sparen und zur Vermeidung einer Gasmangellage beitragen."

Wie die Bundesnetzagentur weiter berichtete, sind die Gasspeicher mittlerweile zu rund 81 Prozent gefüllt. Am 1. Oktober soll der Füllstand bei mindestens 85 Prozent liegen, am 1. November bei mindestens 95 Prozent. "Auch die Speicherfüllstände sind auf einem guten Weg", sagte Müller. "Unsere Anstrengungen hier dürfen nicht nachlassen, damit wir mit gut gefüllten Speichern in den Winter gehen." (dpa/fab)  © dpa