München (sal) - Der Winter bringt nicht nur Kälte, Schnee und Glatteis mit sich, sondern auch spezielle Pflichten für den Einzelnen.

Aufgrund der Witterung besteht eine erhöhte Unfallgefahr, auch für Fußgänger. Haus- und Grundbesitzer haben daher die Pflicht, Gehwege und Zufahrten zu räumen. Ein Versäumnis hat unter Umständen unangenehme Folgen.

Wenn ein Fußgänger auf einem nichtgeräumten Weg ausrutscht und sich verletzt, kann er beim Eigentümer unter bestimmten Voraussetzungen Schadensersatzansprüche geltend machen. Dieser kann dann auf seine Haftpflichtversicherung zurückgreifen - wenn er diese abgeschlossen hat. Auch Mieter sind betroffen, wenn die Räumpflicht im Mietvertrag auf sie übertragen wurde.

Passiert der Unfall auf dem Weg zur oder von der Arbeit, wird dieser auch im Winter als "normaler" Arbeitsunfall gewertet und ist somit ein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung.

Wenn ein Hausdach den Schneemassen nicht mehr standhält und zusammenbricht, steht der Eigentümer vor einem riesigen Schaden. Die Verbraucherzentrale Bayern verweist in diesem Fall auf die sogenannte Elementarschadenversicherung. Diese werde zusätzlich zur Gebäudeversicherung abgeschlossen und sei das einzig sichere Fundament für die Regulierung des Schadens. Bei gerissenen Glasfenstern trete die Glasversicherung ein.

Auch der Fernverkehr ist mitunter wegen starker Schneefälle beeinträchtigt. Bei mehr als 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnreisende eine Fahrpreiserstattung zu 25 Prozent, ab 120 Minuten erhalten sie die Hälfte des Ticketpreises zurück. Laut der Verbraucherzentrale Bayern zählt dabei die Verspätung am Zielort. Wer also seinen Anschlusszug verpasst, hat Anspruch auf Erstattung.

Bei Flügen ist das Prozedere komplizierter. Verschiebe sich der Start je nach Flugstrecke um zwei bis zu über vier Stunden, so die Verbraucherzentrale, müsse die jeweilige Airline die betroffenen Passagiere kostenlos betreuen. Erst ab einer Verzögerung von fünf Stunden könne der Ticketpreis vollständig erstattet werden. Bei einem Start am nächsten Tag müssten die Fluggesellschaften Hotelübernachtung und -transfer anbieten.