(cze) - Bundeswirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp Rösler lehnt Erleichterungen beim griechischen Reformprogramm ab. Der Onlineausgabe der "Bild"-Zeitung sagte Rösler: "Rabatte auf Reformen darf es nicht geben."

Der Minister wies damit Forderungen des griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras zurück, der mehr Zeit für seinen Konsolidierungskurs verlangt. Neues Vertrauen in den Euro werde nur geschaffen, wenn sich alle an die Regeln hielten, mahnte Rösler. "Das bedeutet auch: Wer fest vereinbarte Reformzusagen nicht einhält, kann keine weitere finanzielle Hilfe erwarten. Auch eine zeitliche Streckung, wie sie von der griechischen Regierung gefordert wird, hilft nicht weiter. Sie würde die Glaubwürdigkeit des Regelwerks schwächen", sagte Rösler zu "bild.de".

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), sprach sich dagegen dafür aus, die Bitte Samaras' zu prüfen. "Man kann über Zeiträume reden – aber nur dann, wenn Griechenland nachweist, dass es die eingegangenen Verpflichtungen engagiert umsetzt", so Schulz zu "bild.de".

Der griechische Ministerpräsident hat derweil einen Tag vor seinem Besuch in Berlin Deutschland die Rückzahlung aller bisher geleisteten Kredite versichert. Samaras sagte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe): "Natürlich werden wir unseren Schulden zurückzahlen, ich verspreche es. Wir werden ein spektakuläres Comeback hinlegen."

Zugleich äußerte der Premier Verständnis für die Skepsis der Deutschen gegenüber Griechenland: "Ich leugne nicht, dass wir in der Vergangenheit Fehler gemacht haben. Aber jetzt fangen wir neu an, und unsere Partner werden sehen, was wir leisten, was wir opfern. Das wird ihre Meinung ändern."

Die Forderungen deutscher Politiker nach einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone wies Samaras als schädlich zurück. Gegenüber "Bild" sagte Samaras: "All diese Äußerungen helfen überhaupt nicht und deshalb haben sich prominente deutsche Politiker auch davon distanziert." Unter dem Strich brauche Deutschland eine starke Euro-Zone. "Und wenn ein Land aus dem Euro gedrängt wird, wäre es wahrscheinlich nicht das letzte – zumindest würden es die Finanzmärkte so sehen." Zuletzt hatte unter anderen Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone gefordert.