Pünktlich zum Weltfrauentag hat sich die Drogeriekette Rossmann eine aufsehenerregende Kampagne einfallen lassen. Aus Rossmann wird Rossfrau - doch das kommt nicht bei allen gut an.

Am 8. März ist Weltfrauentag und die Drogeriekette Rossmann hat sich zu diesem Anlass eine ganz spezielle Kampagne einfallen lassen. Aus Rossmann wird zeitweise Rossfrau. Damit will das Unternehmen laut eigener Aussage "die verschiedenen Seiten des Frauseins" feiern.

Zu diesem Zweck ändert Rossmann sogar zeitweise das eigene Logo. Aus dem Centaur wird eine Centauri mit Pferdeschwanz.

Die größte Rossmann-Filiale in Hannover erscheint bis zum 8. März tatsächlich komplett in neuem Gewand, in den anderen Filialen erkennt man die Änderung nur an Aufklebern und Prospekten.

Ein Hauptaugenmerk der Kampagne liegt ohnehin auf den sozialen Medien. Dazu hat Rossmann den Hashtag #lasstdieFrauraus ins Leben gerufen. Garniert wird die Kampagne schließlich laut Rossmann noch mit "Gewinnspielen, Goodies und Coupons".

Kritik für Rossfrau-Idee

Die Rossfrau-Idee kommt jedoch nicht überall gut an. Userin Karin Müller kommentiert das neue Facebook-Profilbild der Drogeriekette erbost: "Lasst einfach den Quatsch! Mit dem ganzen 3. Welle Feminismus und dessen unsinnigen Doppelstandards kommt man sich als Frau eh schon so verarscht vor. Wir sind ganz normale Menschen, keine Wunderwesen, die an jeder Ecke auf irgendsoein dämliches Podest gestellt werden müssen. Behandelt uns einfach normal und anständig. Das reicht völlig. Denn mit solchen Aktionen tut ihr den Frauen definitiv keinen Gefallen."

Dass ihr Post über 200 Likes erhält, zeigt, dass sie damit ganz offenbar einen wunden Punkt der Kampagne getroffen hat. Und auch andere Kommentare schlagen in eine ähnliche Kerbe.

Die "Süddeutsche Zeitung" widmet der Thematik sogar einen Kommentar. Darin heißt es: "Wer das alles für fortschrittlich hält, dem sei gesagt: Auch als Rossfrau verkauft die Drogerie weiterhin Produkte, die in der Ausführung für Frauen mehr kosten als in der für Männer."

Und die "Huffington Post" glaubt schnell den wahren Grund für die Kampagne erkannt zu haben: "Denn genau darauf will die Drogeriemarkt-Kette mit ihrer Pseudo-Ermutigungs-Strategie natürlich hinaus: Profit."

Nach dem 8. März wird aus Rossfrau übrigens natürlich wieder Rossmann. Und vielleicht ist das auch besser so. (ska)