• Die Wohnungswirtschaft hat heftige Kritik an einem erneuten KfW-Förderstopp für energiesparende Neubauten geäußert.
  • Das Interesse für die staatliche Förderung war offenbar so groß, dass die zur Verfügung gestellten Gelder bereits am ersten Tag ausgeschöpft waren.

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Nur wenige Stunden nach dem Start einer neuen staatlichen Förderung energiesparender Neubauten bei der KfW hat es bereits wieder einen Antragsstopp gegeben. Auf der Homepage der staatlichen Förderbank war am Mittwoch zu lesen, die Fördermittel für energieeffiziente Neubauten seien wegen der enorm hohen Nachfrage erschöpft. "Bitte stellen Sie keinen neuen Antrag mehr." Ein KfW-Sprecher bestätigte dies.

Die Wohnungswirtschaft äußert nun heftige Kritik. Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, sprach am Mittwoch von einem "zweiten Fiasko mit Ansage". Es sei vollkommen klar gewesen, dass die vorgesehene eine Milliarde Euro angesichts des riesigen Bedarfs niemals ausreichen würde.

Gedaschko fordert "dauerhafte und verlässliche Förderung"

"Jetzt ist die grundlegend notwendige Unterstützung für das klimaschonende, bezahlbare Bauen innerhalb von Stunden wieder zum Erliegen gekommen", so Gedaschko. "Planungssicherheit und Verlässlichkeit sind in dieser von Unsicherheit geprägten Zeit wichtiger denn je. Leider ist das Gegenteil der Fall." Die Regierung müsse dringend und schnellstmöglich eine dauerhafte und verlässliche Förderung für klimaschonenden, bezahlbaren Wohnungsbau einsetzen. "Die Baukosten steigen immer weiter in schwindelerregende Höhen, Material wird immer knapper und die Zinsen steigen an." Unter den aktuellen Bedingungen sei bezahlbares, klimaschonendes Bauen schlicht unmöglich.

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen sprach von einem "Debakel mit Ansage". "Diejenigen, die effizient bauen wollen, werden verprellt, erneut wird die Branche in Unklarheit gelassen. Und das in diesen Zeiten, wo der Wohnraumbedarf größer denn je ist", kritisierte BFW-Präsident Andreas Ibel in Berlin.

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) sagte: "Wie gewonnen so zerronnen. Nach nur wenigen Stunden wurde die Neubauförderung wieder gestoppt. Erneut ein Schlag ins Gesicht für alle Wohnungsbauer." Dieses "Förderchaos" schade dem Wohnungsbau und der Energieeffizienz enorm.

Budget von einer Milliarde Euro wird nicht aufgestockt

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Anfang April mitgeteilt, dass Hausbauer ab dem 20. April neue Anträge für eine staatliche Förderung energiesparender Neubauten stellen können - konkret geht es um das sogenannte Effizienzhaus 40. Es stehe ein Budget von einer Milliarde Euro für die Neubauförderung zur Verfügung. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte erklärte, man müsse sich darauf einstellen, dass das Budget sehr schnell ausgeschöpft sein werde.

Eine Sprecherin Habecks sprach am Mittwoch von einem großen Run. Der Topf von einer Milliarde Euro werde nicht aufgestockt. (sbi/dpa)

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