Draußen ist es schon ziemlich warm. In vielen Wohnung ist es noch wärmer. Kein Wunder, dass da so manch einer auf die Idee kommt, das Schäferstündchen mit dem Partner nach draußen zu verlegen. Doch das ist verboten und kann teuer werden. In Berlin sieht der Bußgeldkatalog 150 Euro Strafe für sexuelle Handlungen in öffentlichen Parkanlagen vor - für Arbeitnehmer. Hartz-IV-Empfänger allerdings zahlen nur einen Bruchteil dessen. Und das stinkt der Bundesagentur für Arbeit gewaltig.

Im Sommer spielen die Hormone verrückt. Viele Wohnungen heizen sich wahnsinnig auf. Da wirkt so ein abgelegener Schattenplatz in einem Park geradezu einladend auf viele Pärchen. Wer allerdings beim Quickie erwischt wird, muss tief in die Tasche greifen. Die Strafe variiert von Stadt zu Stadt. In München kostet Sex im Freien beispielsweise 200 Euro Bußgeld, in Berlin nur 150 Euro. Mit einem Unterschied: In Berlin müssen Hartz-IV-Empfänger ein Vielfaches weniger zahlen, nämlich nur 34 Euro.

Das kritisiert die Bundesagentur für Arbeit in der "Bild". Diese Handhabung biete falsche Anreize, meint eine Sprecherin der Agentur. "Das spaltet die Gesellschaft. Im Straßenverkehr gibt es ja auch nur einen Bußgeldkatalog."

Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr 234 Berliner "in flagranti" erwischt, berichtet die Tageszeitung "BZ". Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen.

Angestoßen hat die Diskussion im Übrigen der Bürgermeister von London. Boris Johnson hatte sich in seiner Kolumne für den "Telegraph" über den Bußgeldkatalog der Berliner lustig gemacht.

(ska)