Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser löst den bisherigen Vorstandschef Peter Löscher an der Konzernspitze ab. Man habe sich in gegenseitigem Einvernehmen von Löscher getrennt, teilte Siemens mit.

Der Aufsichtsrat habe Kaesers Berufung zum neuen Vorstandschef einstimmig zum 1. August beschlossen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Löscher werde mit Ablauf des Tages sein Amt niederlegen und in gegenseitigem Einvernehmen aus dem Vorstand ausscheiden.

Löscher war nach einer Reihe von Misserfolgen unter Druck geraten. Allerdings hatte er seinen Posten zunächst nicht ohne Kampf aufgeben wollen.

Nun scheint der Streit einen glimpflichen Ausgang genommen zu haben. Löscher wollte es offenbar nicht auf eine Kampfabstimmung über seinen Verbleib ankommen lassen. Wie die "Welt" berichtet, wurde bereits seit den Morgenstunden über einen geregelten Abschied Löschers verhandelt.

Allerdings muss Siemens für den Rauswurf des Österreichers wohl dennoch tief in die Taschen greifen. Die Vergütungsregeln des Konzerns sehen vor, dass ein Vorstand im Falle einer einvernehmlichen Trennung zwei Jahresgrundgehälter inklusive Bonus erhält. Diese Summe beläuft sich bei Löscher auf 6,7 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Spritze für sein Pensionskonto über gut 2,2 Millionen Euro.

(dpa/ska)