Die Grenzen sind zu, die Jets am Boden: Qantas wird von der Coronakrise hart getroffen. Nun verkauft die Airline Rundflüge über Australien - mit Niedrigflug über touristischen Highlights.

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Klimaschützer dürften sich mit Grausen abwenden: Die australische Fluggesellschaft Qantas sucht in der Coronakrise nach neuen Geschäftsmodellen. Ab kommendem Monat werde ein siebenstündiger Rundflug über Australien angeboten, der in Sydney starten und landen soll, teilte das Unternehmen mit.

Mit einer Boeing 787, die normalerweise für internationale Langstreckenflüge eingesetzt werde, gehe es auf niedriger Flughöhe über Uluru, das Great Barrier Reef und den Hafen von Sydney. Die "Flüge ins Nirgendwo" sollen in der Region Asien-Pazifik die Nachfrage stärken.

Fluggesellschaften sind die großen wirtschaftlichen Verlierer der Coronakrise

Die Fluggesellschaften gehören zu den großen wirtschaftlichen Verlierern der Coronakrise: Einreisebeschränkungen, Quarantäne-Maßnahmen und wechselnde Risikogebiete haben nach Angaben der Vereinigung der Asia Pacific Airlines zu einem Einbruch der internationalen Reisen in der Region um 97,5 Prozent geführt.

Auch die taiwanesische EVA Airways und Japans ANA bieten vergleichbare regionale Rundflüge an, um die Beschäftigung zu sichern und die Lizenzen ihrer Piloten auf dem neuesten Stand zu halten.

Für Besucher aus dem Ausland bleiben die Grenzen Australiens noch bis mindestens 17. Dezember geschlossen. Der Einreisestopp gilt seit März, auch Menschen mit australischer Staatsangehörigkeit kommen derzeit nur schwer ins Land.

Rund 23.000 Australier sind nach Regierungsangaben deshalb im Ausland gestrandet. Menschen mit ständigem Wohnsitz in Australien dürfen das Land nur in Ausnahmefällen verlassen.

Australien: Tägliche Neuansteckungen über Höchstwert der ersten Welle

Australien hatte die Ausbreitung des Coronavirus zunächst erfolgreich eingedämmt. Bereits im April gab die Regierung Entwarnung, im ganzen Land wurden die Corona-Regeln wieder gelockert. Im Juli lag die Zahl der täglichen Neuansteckungen dann aber mehrmals über dem Höchstwert der ersten Welle im März.

In Australien wurden bislang rund 27.000 Infektionsfälle bestätigt, mehr als 800 Menschen starben in Zusammenhang mit COVID-19. 75 Prozent aller Corona-Infektionen wurden aus dem Bundesstaat Victoria gemeldet, dort liegt auch die Metropole Melbourne.

In der Millionenstadt war Anfang Juli ein neuer Lockdown mit einer nächtlichen Ausgangssperre verhängt worden. Zuletzt gingen die Fallzahlen allerdings rapide zurück und die Auflagen für Melbourne sollen schrittweise gelockert werden.

In mehreren Städten war es zuletzt zu teils gewalttätigen Demos gegen die strikte Corona-Politik der Regierung gekommen.  © DER SPIEGEL

Lufthansa: 22.000 Stellen stehen auf der Kippe

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