Das von den Albrecht-Brüdern in Aldi-Nord und Aldi-Süd aufgeteilte Imperium ist ein Traditionsunternehmen, das beim Verbraucher auf Vertrauen und Verlässlichkeit setzt. Mit gutem Gewissen werden Produkte für den täglichen Bedarf gekauft, nicht zuletzt der günstigen Preise wegen. Die ARD nimmt den vermeintlichen Preisführer im großen "Aldi-Check" genauer unter die Lupe und testet ihn auf Herz und Nieren.

Nirgends gebe es qualitätsvolle Produkte für den täglichen Gebrauch billiger, so der Ruf von Aldi. Rund 4.300 Märkte gibt es insgesamt in Deutschland. Doch was steckt tatsächlich hinter dem Phänomen "Aldi", dem viele Kunden ein enormes Vertrauen entgegenbringen.

Am Montagabend (8. Juli 2013, 20.15 Uhr) zeigt das Erste den großen "Aldi-Check". Anhand unterschiedlicher Kriterien wie Vertrauen, Frische, oder Fairness versucht die Reportage unter anderem aufzuzeigen, inwieweit sich Verbraucher auf den bloßen Ruf des Preisführers verlassen.

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Verschiedene Tests sollen zeigen, wie gut die Kunden "ihren" Aldi und seine Produkte kennen. In einem direkt vor einer Filiale aufgebauten Testregal werden die Verbraucher gebeten, den typischen Regalaufbau zu rekonstruieren oder Aldi-Produkte von Fremdprodukten zu unterscheiden. Die zentrale Frage: Vertrauen die Kunden der Firma oder geht es doch nur um den Preis? Mit dem Ruf als Preisführer kündigt Aldi wöchentlich Preissenkungen an. Was den meisten jedoch nicht bewusst ist: Im gleichen Umfang werden unangekündigte Preiserhöhungen vorgenommen. Die Tests der Reporter veranschaulichen das oft blinde Vertrauen der Kunden in das Unternehmen, das schnell ausgenutzt werden kann.

Wie frisch ist Aldi?

Und wie steht es eigentlich mit der Frische der Produkte? Ein Thema, das für die Kunden von hauptsächlichem Interesse sein dürfte, häufen sich doch die Lebensmittelskandale fast monatlich. Obst, Gemüse, Backwaren und vor allem Fleisch werden unter die Lupe genommen, im Labor untersucht und in einem Testessen dem Urteil der Verbraucher ausgesetzt. Insgesamt fällt der Frische-Check recht positiv aus, auch wenn Aldi mit den ein oder anderen Tricks arbeitet.

Aber Aldi hat nicht nur Lebensmittel im Angebot. Wie steht es eigentlich mit den sogenannten Schnäppchen? Getestet wird ein Rasenvertikutierer für knapp 90 Euro, der im Vergleich zum Markengerät für gut 200 Euro positiv abschneidet. Anders sieht es allerdings beim Aldi-Zelt aus. Das hält weder Wind noch Regen ab und fällt im Check komplett durch. Das Ergebnis: Die Schnäppchen-Angebote bei Aldi sind reine Glückssache.

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Den interessantesten Punkt hebt sich die ARD-Reportage jedoch bis zum Ende auf. Wie fair verhält sich Aldi gegenüber seinen Angestellten? Immerhin wirbt das Unternehmen doch mit tollen Zukunftsaussichten für Azubis und großzügigen Gehältern. Ehemalige Mitarbeiter und Manager berichten über die internen Arbeitsverhältnisse im Unternehmen.

Die Angestellten sollen mittels Detektiven und Kameras streng kontrolliert, überwacht und mit sogenannten Testkäufen schikaniert werden. Denn: Je länger ein Mitarbeiter im Unternehmen ist, desto teurer wird er. Also werden Personalverantwortliche angehalten, den Angestellten schon vorab einige Abmahnungen in die Personalakte zu schreiben.

Verbraucher wollen ihre Produkte natürlich so billig wie möglich einkaufen. Dennoch ist es alles andere als fair, Angestellte für die Tiefpreise zahlen zu lassen. Der "Aldi-Check" im Ersten regt an, das eigene Kaufverhalten einmal zu überdenken.

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