• Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, stimmt die Menschen in Europa auf dauerhaft höhere Preise ein.
  • Das günstige Leben zuvor habe auf Billigenergie aus Russland, Billigarbeitskräften aus China und Billighardware aus Taiwan basiert, erklärte Vestager.
  • Europa sei also nicht naiv gewesen, sondern gierig.

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Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, stimmt die Menschen in Europa auf dauerhaft höhere Preise ein. Ein großer Teil der europäischen Industrie basiere auf "sehr billiger Energie aus Russland, auf sehr billiger Arbeitskraft aus China und auf hochsubventionierten Halbleitern aus Taiwan", sagte sie dem "Handelsblatt" (Mittwoch, 25. Mai 2022).

Vestager: Europa sei nicht naiv gewesen, sondern gierig

Europa sei nicht naiv gewesen bei diesen Risiken, sondern gierig. Solche Abhängigkeiten könnten die europäischen Staaten nicht einfach als Teil des Geschäfts akzeptieren, sagte Vestager. Europa müsse seinen Handel diversifizieren und höhere Preise in Kauf nehmen. Das Recycling müsse ausgebaut werden. Zahlen müssten für diese Veränderungen letztlich die Verbraucher.

Angesichts der steigenden Gaspreise zeigte sich Vestager vorsichtig optimistisch. Wenn es gelinge, dass die Europäer gemeinsam verflüssigtes Erdgas einkaufen, könne das die Preise stabilisieren und senken, stellte sie nach Angaben des Blattes in Aussicht. Vor staatlichen Preisdeckeln auf Gas warnte sie hingegen: Der mit dem subventionierten Gas erzeugte Strom würde dann in die Nachbarländer abfließen. (dpa/mit)