Wer hat Schuld am Abgas-Skandal von VW? Diese Frage stellt sich nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Volkswagen selbst. Die Wolfsburger geben sich sichtlich Mühe, die Manipulation der Abgaswerte aufzuklären und die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Im Zuge dieser Aufklärungsarbeit sind offenbar etwa ein Dutzend Mitarbeiter beurlaubt worden. Das meldet "manager-magazin.de".

Bereits vergangene Woche hatte VW im Zuge des Abgas-Skandals die Entwicklungschefs der Marken VW, Audi und Porsche suspendiert. Nun trifft es rund ein Dutzend weitere Mitarbeiter, denen vorgeworfen wird, in die Manipulation der Abgaswerte verwickelt zu sein. Wie "manager-magazin.de" berichtet, sei ein Großteil der suspendierten Mitarbeiter in der Motorenentwicklung und Abgasnachbehandlung tätig gewesen. Wie das Portal zudem erfahren haben will, handle es sich bei den Betroffenen um Entwickler und Manager auch höherer Hierarchieebenen.

Abgas-Skandal: Harte Worte von Niedersachsens Wirtschaftsminister.

VW-Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies fordert derweil eine konsequente strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. "Diejenigen, die erlaubt haben, dass dies geschehen kann und die, die entschieden haben, die Software zu installieren, haben kriminell gehandelt. Sie müssen deshalb dafür die persönliche Verantwortung übernehmen", sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Lies (SPD) am Mittwoch dem englischen TV-Sender BBC. Der Aufsichtsrat müsse jetzt zudem schnell herausfinden, warum er so lange nichts von dem Einsatz der Betrugssoftware erfahren habe.

Volkswagen könne nach wie vor nicht absehen, wie hoch der finanzielle Schaden für VW alleine aufgrund der notwendigen Nacharbeiten an den betroffenen Motoren, sagte Lies. Es sei noch unklar, wie viele Autos dazu etwa in die Werkstätten zurückgerufen werden müssten, "aber es muss wirklich schnell gehen." VW sei ein "großer Schaden" entstanden, weil Millionen Menschen ihren Glauben an das Unternehmen verloren hätten. Die Wiederherstellung des Vertrauens habe deshalb Priorität. Er schäme sich dafür, dass die Autokäufer in Amerika nun so enttäuscht seien.

Vor zehn Tagen war herausgekommen, dass Volkswagen in den USA mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert hat. Weltweit sind nach Konzernangaben rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen, davor rund 2,8 Millionen auch in Deutschland. Der bisherige VW-Chef Martin Winterkorn hatte deshalb vor einer Woche sein Amt aufgegeben. Sei Nachfolger ist der bisherige Porsche Chef Matthias Müller. VW drohen weltweit nun Milliardenstrafen.

(ska/dpa)