Die Ergebnisse des Diesel-Gipfels sorgen vor allem bei Oppositionspolitikern für Kritik. Die Reaktionen im Überblick.

Beim Diesel-Gipfel in Berlin einigten sich Vertreter aus Politik und Automobilindustrie auf eine Software-Lösung. Mehr als fünf Millionen Diesel-Autos sollen mit einer neuen Software ausgerüstet werden und somit weniger Schadstoffe ausstoßen.

Insgesamt sollen rund 5,3 Millionen Euro-5- und Euro-6-Diesel durch Updates der Motor-Software sauberer werden: 3,8 Millionen von Volkswagen, über 900 000 von Daimler, über 300 000 von BMW und weitere von Opel. Die Reaktionen auf die Lösung sind unterschiedlich:

Verband Deutscher Automobilindustrie:

"Wir begrüßen, dass Bundesregierung und Länder der Vermeidung von generellen Fahrverboten Priorität einräumen."

Harald Krüger, Vorstandschef BMW:

"Die Ergebnisse nationaler und internationaler behördlicher Untersuchungen haben bestätigt, dass Fahrzeuge der BMW Group nicht manipuliert werden".

Dieter Zetsche, Vorstandschef Daimler:

"Wir setzen darauf, den Diesel zu verbessern, anstatt ihn zu verbieten". (...) "Denn solange E-Autos noch einen geringen Marktanteil haben, ist die Optimierung des Dieselantriebs einer der wirksamsten Hebel zur Erreichung der Klimaziele durch weniger CO2 im Straßenverkehr."

Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe, zu "n-tv":

"Statt hart mit den Herstellern zu verhandeln, geben sich Minister und Ministerpräsidenten dafür her, auf einer Marionettenveranstaltung eine Erklärung abzunicken, die vorher in Hinterzimmern mit der Autoindustrie ausgekungelt worden war."(...)

"Der Gipfel war auch in diesem Sinne eine reine PR-Veranstaltung in Wahlkampfzeiten. Fahrverbote werden kommen, und die Politik hat gar keine Möglichkeit, das aufzuhalten."

Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin (SPD):

"Ich erwarte von den Herstellern eine neue Verantwortungskultur."

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg (Die Grünen):

"Das Auto wird gerade neu erfunden."

Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsen (SPD):

"Deutschland muss das Autoland Nummer eins sein, aber bitteschön mit sauberen Autos."

Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat:


Jürgen Trittin, ehemaliger Umweltminister, (Die Grünen):


Cem Özdemir, Bundesvorsitzender Die Grünen:


Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei Die Linke:


(ms)

Mit Material der dpa
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