Der Skandal um manipulierte Abgaswerte könnte Volkswagen noch teurer zu stehen kommen als bisher angenommen. Möglicherweise muss der Autobauer Milliardenkredite zurückzahlen, die er von der Europäischen Invesitionsbank EIB bekommen hat.

Die europäische Antibetrugsbehörde Olaf hat Volkswagen wegen der Abgas-Affäre vor finanziellen Konsequenzen gewarnt. Der Autobauer habe verbilligte Darlehen der Europäischen Investitionsbank EIB erhalten, um die Entwicklung umweltfreundlicher Motoren zu finanzieren.

Ex-VW-Chef soll immer noch Millionen beim Autobauer verdienen.

"Das hat das Unternehmen aber vielleicht gar nicht gemacht, und dann wäre das Betrug", sagte Olaf-Chef Giovanni Kessler der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Insgesamt hat VW seit 1990 rund 4,6 Milliarden Euro günstige Kredite erhalten.

Keine neuen Kredite

Im schlimmsten anzunehmenden Fall müsse Volkswagen die noch ausstehenden Kredite sofort zurückzahlen, sagte Kessler. "Das schauen wir uns jetzt an." Einen Teil der Kredite hat der Autobauer noch nicht zurückgezahlt.

Sollten sich die Vorwürfe erhärten, würde VW Kessler zufolge von der EIB auch keine neuen Kredite mehr bekommen. Die Antibetrugsbehörde Olaf gehe Anhaltspunkten für Betrug nach.

Die EU-Behörde hatte vor kurzem eine Untersuchung wegen des Abgas-Skandals gegen Volkswagen eingeleitet. Bis das Ergebnis der Untersuchung vorliege, wird es nach Angaben von Kessler allerdings noch einige Monate dauern. (ank)