(sl/ae) - Jetzt geht es den Finanz-Gangstern an den Kragen. Im größten Insider-Skandal der Wall Street schlägt das FBI jetzt einen härteren Kurs ein. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, will die Ermittlungsbehörde 120 Finanz-Betrüger enttarnen.

Insgesamt hat das FBI derzeit 240 Personen im Visier, darunter Hedgefonds-Manager und Unternehmensinsider. Der Vorwurf: Sie sollen vertrauliche Informationen weitergegeben haben. "Wir haben sie identifiziert und jetzt müssen wir die Fälle natürlich bis zur Anklage bringen", sagt David Chase, ein leitender FBI-Agent, im Interview mit dem "Wall Street Journal".

Von den 240 Personen seinen 120 sogenannte "Ziele", erklärte der Beamte, der sich in New York auf Finanz-Kriminalität spezialisiert hat. Bei ihnen gehe man davon aus, dass sie gegen geltende Insider-Regeln verstoßen haben.

Bei den restlichen 120 Personen sei eine Verstrickung in Insider-Geschäfte oder ein Verstoß gegen Handelsrichtlinien möglich, aber die Indizienlage sei bisher noch zu gering. Im Fachjargon bezeichne man solche Verdächtige als "Subjekte".

Wie das "Wall Street Journal" weiter schreibt, hat das FBI mit den "Subjekten" bereits Kontakt aufgenommen oder ermittelt im Rahmen von "Perfect Hedge" noch gegen sie.

Der Insider-Skandal der Wall Street flog bereits im Jahr 2009 auf. Dabei rückte vor allem der ehemalige Hedgefonds-König Raj Rajaratnam in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Der Mitbegründer der Galleon Group, einer der größten Investmentgesellschaften der Welt, die mehrere Hedgefonds verwaltete, hatte durch Insider-Deals Millionen in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Dafür wurde er im Oktober 2011 zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Es war bislang die höchste Strafe, die je gegen einen Insider-Händler verhängt wurde. Durch die neue Initiative des FBI müssen nun weitere Spekulanten mit baldigen Strafen rechnen.