Im eskalierenden Tarifkonflikt hat die IG Metall am Donnerstag mit den Ford-Werken in Köln eines der Aushängeschilder der NRW-Wirtschaft ins Visier genommen. Die Warnstreiks sollen bis einschließlich Freitag fortgesetzt werden, eine halbe Million Menschen ist aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie haben mit den Kölner Ford-Werken erstmals einen Großbetrieb in Nordrhein-Westfalen erreicht.

Die IG Metall rief in der Nacht zum Donnerstag zu Arbeitsniederlegungen auf. Geplant sei, die Produktion in landesweit 22 Betrieben lahmzulegen.

Bereits am Mittwoch habe in mehr als 80 Betrieben mit rund 68.000 Beschäftigten die Produktion stillgestanden, berichtete der Gewerkschaftsvorstand in Frankfurt. Insgesamt sollen bis Freitag rund 500.000 Metaller in 275 Betrieben teilnehmen.

Kein neuer Verhandlungstermin geplant

Die Fronten sind verhärtet. Eine für den Mittwochabend in NRW geplante Verhandlungsrunde war abgesagt worden. Ein neuer Termin ist noch nicht in Sicht.

Die regionalen Arbeitgeberverbände haben die Gewerkschaft bei Arbeitsgerichten unter anderem in Frankfurt am Main und München auf Schadenersatz verklagt, weil sie die Forderung nach den Lohnausgleichszahlungen für nicht rechtmäßig halten.

Mit einem illegalen Streikziel wäre der gesamte Arbeitskampf illegal, und die Gewerkschaft müsse für die Schäden gerade stehen, lautet ihre Argumentation.

Mit ihren Grundsatz-Klagen wollen die Verbände den Weg bereiten für die weit höheren finanziellen Ansprüche der bestreikten Unternehmen. Auf einstweilige Verfügungen, mit denen die laufenden Warnstreiks möglicherweise hätten gestoppt werden können, wurde verzichtet.

Die Forderungen der IG Metall seien zweifelsfrei rechtmäßig, sagte hingegen IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. "Juristisch ist diese Tarifrunde nicht zu lösen. Mit ihrer Klage gießen die Arbeitgeber weiter Öl ins Feuer und verschulden so eine weitere Eskalation des Konflikts." Man betrachte die Klagen als Angriff auf die Grundrechte aller Beschäftigten in Deutschland.

Mehr Geld, weniger Wochenstunden

Die Gewerkschaft verlangt für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden.

Bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen dabei einen Teil-Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber bislang strikt ablehnen.

Die Arbeitgeber haben bisher eine Einmalzahlung von 200 Euro und zwei Prozent mehr Einkommen für 15 Monate geboten.  © dpa

Bildergalerie starten

Fotos aus aller Welt: Erstaunliche Augenblicke

Hier sehen Sie - ständig aktualisiert - die außergewöhnlichsten Fotos aus aller Welt.