(abb/ah) - Vermutet wurde das Phänomen der Vielfarbsichtigkeit schon lange. Gabriele Jordan brachte den Beweis. Nach langjährigen Tests fand die Wissenschaftlerin eine Britin, die 99 Millionen mehr Farben sehen kann als gewöhnliche Menschen. Dies berichtet das "Discovermagazine.com".

Als Voraussetzung für die Vielfarbsichtigkeit gelten vier farbempfindliche Fotorezeptoren auf der Netzhaut der Britin. Normalerweise besitzt ein Mensch nur drei der sogenannten Zapfen. Mit diesen kann er zwischen 10.000 und 20.000 Farbabstufungen unterscheiden.

Schon länger vermuten Forscher die Existenz der Vielfarbsichtigkeit. Die Neurowissenschaftlerin Gabriele Jordan und ihr Team an der Newcastle University sind sich zudem sicher, dass die britische Tetrachromatin (= Vielfarbseherin) kein Einzelfall ist. Die Ergebnisse der jahrzehntelangen Forschung zur Farbenblindheit führen Jordan zu der Annahme, dass etwa zwölf Prozent aller Frauen vier Farbrezeptoren besitzen. Somit könnten weitere Tetrachromatinnen existieren.

Wie Tetrachromatinnen tatsächlich sehen, lässt sich jedoch nicht beschreiben: "Genau wie ein Farbenblinder nicht verstehen kann, wie Normalsehende die Farbe Rot wahrnehmen, kann auch sie uns leider nicht erklären, wie sich ihre Sehfähigkeit von der unsrigen unterscheidet", zitiert "Discovermagazine.com" die Neurowissenschaftlerin. "Zu gerne würde ich einmal durch ihre Augen sehen."