Kaum hat das zweieiige Zwillingspaar Prinzessin Gabriella und Prinz Jacques von Charlene von Monaco und Albert II. das Licht der Welt erblickt, stehen die Beiden im Mittelpunkt des Interesses. Zwillinge sorgen auch abseits der Glitzerwelt von Prominenten für Aufsehen. Dabei werden Gleichgeborenen bestimmte Ereignisse oder Eigenschaften zugeschrieben. Stimmen diese Mythen?

Monaco feiert die Geburt der Zwillinge Jacques und Gabriella.

Können Zwillinge von zwei verschiedenen Vätern abstammen?

Ja. Wenn bei einer Frau in einem Zyklus zwei Eizellen heranreifen und sie während der fruchtbaren Tage Verkehr mit unterschiedlichen Männern hat, ist das möglich. Da Spermien in geeigneter Umgebung bis zu fünf Tage befruchtungsfähig sind, muss der Abstand der Akte nicht zeitnah sein. Dieser seltene Fall trifft nur auf zweieiige Zwillinge zu. "Das sind genetisch gesehen ganz normale Geschwister, sie werden eben nur gleichzeitig geboren", erläutert Humangenetikerin Christine Luckenbach dem "Spiegel". Eineiige Gleichgeborene haben dagegen immer nur einen Vater.

Ist ein Klon das Gleiche wie ein eineiiger Zwilling?

Nein, sagt der Berliner Zwillingsforscher Andreas Busjahn. "Wenn ein erwachsener Mensch einen Klon von sich machen ließe, wäre der weniger ähnlich als ein eineiiger Zwilling. Das Erbgut ist zwar gleich, aber ein Mensch sammelt im Laufe seines Lebens Mutationen an. Außerdem würde der Klon in einer anderen Mutter heranwachsen, was in der Embryonalentwicklung zu großen Unterschieden führen kann", sagt der Wissenschaftler dem "National Geographic".

Nehmen Zwillingsgeburten mit dem Alter der Mutter zu?

Ja, im Fall von zweieiigen Zwillingen schon. "Am häufigsten kommen sie bei Frauen zwischen 35 und 37 Jahren vor", berichtet Busjahn dem "National Geographic". Experten nehmen offenbar an, dass die Natur das Risiko einer Fehlgeburt oder von Missbildungen durch ein zweites Ei ausgleicht.

Künstliche Befruchtung: Wer Zuschüsse erhält und wer leer ausgeht.

Leben Mütter von Zwillingen länger?

Eine Studie im US-Bundestaat Utah legt das nahe. Die Wissenschaftler unter der Leitung von Shannen Robson und Ken Smith untersuchten dazu Daten von Frauen aus Utah, die im 19. Jahrhundert zur Welt kamen. In diesem Fall hatten Zwillingsmütter, so das Ergebnis der Studie, eindeutige Überlebensvorteile und lebten länger.

Sterben Zwillinge fast gleichzeitig?

Das ist laut Andreas Busjahn möglich, aber nicht zwingend so. Wenn die Todesursache genetisch bedingt sei, könne das bei eineiigen Zwillingen vorkommen. Leben zweieiige Gleichgeborene in einer engen Gemeinschaft, sei das auch möglich. "Dann kann sich der Tod des einen wie der Verlust eines langjährigen geliebten Ehepartners auswirken", erklärt Busjahn dem "National Geographic".