Am Mittwochabend hat in der Schweiz die Erde gebebt. In der Region Thun wurde ein Erdbeben der Stärke 3.2 gemessen. Auch wenn diese Erdstöße deutlich schwächer ausfallen als in anderen Weltregionen, sind sie ein deutliches Zeichen dafür, dass auch Deutschland Erdbebenland ist.

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) hat im Kanton Bern in der Schweiz, rund zwölf Kilometer südlich von Thun, ein Erdbeben registriert. Das Beben ereignete sich am Mittwochabend um 21.36 Uhr mit einer Stärke von 3.2 auf der Richterskala und dauerte zirka zehn Sekunden an. In der Nähe des Epizentrums dürfte man das Beben deutlich gespürt haben. Schäden sind bei einem Beben dieser Stärke in der Regel nicht zu erwarten.

Jüngstes Eiland Nishinoshima hat sich kontinuierlich vergrößert.

Erdbeben in Europa sind nichts Ungewöhnliches. Auch in Deutschland bebt immer wieder die Erde. So sorgte im Mai 2014 ein Erdbeben bei Darmstadt für Schlagzeilen: In Nieder-Beerbach waren bei Stößen der Stärke 4,2 auf der Richterskala 70 Häuser beschädigt worden. Auch wenn Deutschland nicht auf der Grenze von zwei tektonischen Platten liegt, gibt es hier Erdbeben.

Das Baselbeben hatte eine Stärke von 6,5

Im 14. Jahrhundert gab es das Baselbeben, das Experten gestützt auf Aufzeichnungen heute mit einer Stärke von bis zu 6,5 beziffern. Das ist offenbar die Obergrenze für West- und Zentraleuropa. Das letzte größere Ereignis dieser Art war 1992, als an der Grenze zu den Niederlanden in Roermond der Boden mit 5,9 heftig wackelte. In Nordrhein-Westfalen wurden damals durch herabfallende Dachziegel 30 Menschen verletzt. Die zitternde Erde zog auch den Kölner Dom in Mitleidenschaft.

"Wir werden als Ganzes geschoben. Trotzdem können 'Narben' immer mal wieder aufreißen, die aus älteren Zeiten stammen. Vor vielen Millionen Jahren waren diese Gebiete auch am Plattenrand", sagt Lars Ceranna von der Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe in Hannover. Regionen, in denen Erdstöße mit einer Stärke größer als 3 auftreten, sind der Oberrheingraben, die schwäbische Alb, das Voigtland und der Niederrhein.

Seit ungefähr 50 Jahren zeichnen Geologen seismologische Ereignisse genau auf. Heute ist durch die Auswertung der Daten bekannt, wo weltweit die Brennpunkte liegen. "Mit mathematischen Modellen kann man zudem errechnen, mit welchen Wiederkehrperioden die Erdbeben auftreten. Ein gewisses Muster ist da", erläutert der Wissenschaftler aus Hannover. (ncs/cfl)