Katzen lieben anscheinend nicht nur Kartons, sondern auch auf den Boden geklebte Rechtecke. Fühlen sich die Vierbeiner dort geborgen - oder wollen sie nur spielen?

Katzen dressieren zu wollen, gilt allgemein als recht aussichtsloses Unterfangen. Während der Hund brav Stöckchen holt, Männchen macht, Pfötchen gibt sowie tadellos "Sitz" und "Platz" unterscheidet, können Besitzer von Felis silvestris catus ihren Lieblingen meist nur ein Kunststück abringen: sich beim leisesten Geräusch des Dosenöffners nahtlos zum Futternapf zu teleportieren.

Neue Aufnahmen bringen Erkenntnisse zur Geburt von Sternen.


Haben findige Menschen jetzt einen zweiten Katzentrick entdeckt? Jedenfalls finden sich beispielsweise auf Instagram, YouTube und Twitter Fotos und Videos von Katzen, die anscheinend einem auf den Boden geklebten Quadrat nicht widerstehen können. #Catsquare nennt sich das.

Ist die Dressur der Katze doch so simpel?

Lassen sich Katzen in den Rechtecken nieder, weil sie an Kartons erinnern - und damit an heimelige Enge und Geborgenheit? So wird's bei "Discover" vermutet. Ein Verhaltensbiologe weist dort gleich sinnvollerweise darauf hin, dass Katzen Körbchen und Kartons wirklich schätzen und ihnen diese helfen, sich wohlzufühlen.

Doch ist das Quadrat wirklich der "Karton light", ein kleines Fleckchen Geborgenheit? Marina Scheumann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover ist skeptisch. Die Frage sei, ob die Tiere das aufgeklebte Quadrat nicht einfach interessant finden und sich deshalb drauf setzen. "Ich hab mir ein paar YouTube-Videos angeschaut und für mich sieht das eher nach Erkundungs- und Spielverhalten aus."

Beweisen die vielen Fotos überhaupt die tiefe Hingezogenheit der Katze zum Quadrat? Oder veröffentlichen bloß die erfolgreichen Katzenzähmer ihre Fotos, während alle, deren Katzen sich verweigern, verschämt schweigen? "Publication Bias" heißt das in der Wissenschaft: Positive Ergebnisse werden eher veröffentlicht als negative.

Katzen spielen und erkunden

Harmlos oder krankhaft? Das verraten uns die Linien und Kerben.


Scheumann sagt vor diesem Hintergrund, man müsste vergleichen, wie lange die Tiere tatsächlich im abgeschlossenen Bereich sitzen und wie lange sie sich auch außerhalb aufhalten. Die "Enge Räume"-Theorie ließe sich überprüfen, indem man testet, wie Katzen auf einen aufgeklebten Streifen reagieren, der nicht geschlossen ist.

Wiebke Konerding von der Medizinischen Hochschule Hannover kommt zum gleichen Schluss: Die Katzen spielen und erkunden. Sie ergänzt: "Zusätzlich hat die Katze in der Mitte die beste Kontrolle über das Spielobjekt, zum Beispiel auch um es vor anderen Katzen zu verteidigen." Und vollkommen unwiderstehlich scheinen die Quadrate auch nicht zu sein. Konerding hat bei YouTube auch zahlreiche negative Beispiele gefunden, bei denen die Katzen sich auf das #Catsquare nicht einlassen.

So bleibt's, wie es ist: Wer seinem Haustier Tricks beibringen will, der bleibt eben beim Hund - oder muss den Dosenöffner zur Hilfe nehmen.

Kein Brei mehr fürs Baby – das ist ein Trend, an dem Eltern in Deutschland derzeit kaum vorbeikommen. Auch wer sein Kind konventionell mit Brei füttert, dürfte zumindest davon gehört haben. Das sogenannte "Baby-led Weaning" bedeutet, dass Kinder neben dem Stillen direkt an Festkost gewöhnt werden. Mediziner sehen den Trend kritisch.


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