Viele bedeutende Funde werden von Hobby-Archäologen gemacht. Allerdings ist rechtlich sehr streng geregelt, wer überhaupt wo etwas suchen darf. Die meisten Funde darf man zudem nicht behalten, sondern muss sie abgeben.

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Huch, glitzert da etwas am Boden? Jeder kann das Glück haben, bei der Gartenarbeit oder bei einem Spaziergang im Wald eine archäologische Kostbarkeit zu finden.

So entdeckte beispielsweise kürzlich ein 13-Jähriger auf Rügen einen Silberschatz aus dem zehnten Jahrhundert, der einst dem Dänenkönig Harald Blauzahn gehörte.

Oft währt die Freude über so einen Fund aber nur kurz – denn in der Regel darf man ihn nicht behalten.

Viele Bundesländer haben strenge Regularien eingeführt. Diese sehen vor, dass Funde über ein sogenanntes Schatzregal in den Landesbesitz übergehen.

Ein Finderlohn oder eine Entschädigung ist zwar häufig vorgesehen. Die Höhe variiert allerdings - und manchmal ist der Wert eines Fundes nur schwer zu bestimmen.

Archäologische Spurensuche ist oft nur mit Genehmigung erlaubt

Wie wird man überhaupt zum Hobby-Archäologen? Woher weiß man, an welchen Stellen sich die Suche lohnt? Und wo darf man überhaupt graben?

Diese Fragen lassen sich gar nicht so einfach beantworten. In der Regel braucht man aber eine Nachforschungsgenehmigung oder Suchgenehmigung der Denkmalbehörde.

Das gilt insbesondere dann, wenn man mit Metalldetektoren unterwegs ist. Sie sind inzwischen zwar recht günstig zu haben, die Suche damit ist allerdings oft mühsam. Die Detektoren spüren jedes Metall im Boden auf: nicht nur Münzen, sondern auch alle anderen Gegenständen – zum Beispiel alten Dosen oder rostigen Schrauben, die einen eher überschaubaren Wert haben.

Konflikte zwischen Forschern und Schatzsuchern

Immer wieder kommt es zu Streit zwischen Archäologen und Sondengängern - weil Hobby-Schatzsucher bei ihren Ausgrabungen häufig Spuren zerstören, die ein Forscher für die Interpretation eines Funds benötigt.

Die Arbeit eines Archäologen ähnelt dem Vorgehen von Ermittlern in einem Mordfall. Gibt es keine Fingerabdrücke auf der Tatwaffe, hilft sie den Kriminologen nicht weiter. Dann gilt es, den Kontext des Verbrechens zu erforschen: Wer ist der Tote? Von wo wurde geschossen? Wie oft? Gab es mehrere Waffen? Und wie lang liegt das Verbrechen zurück?

Auf ähnliche Weise untersuchen Archäologen den Kontext eines Fundes. "Aus der Fundsituation können wie viel herleiten", sagt Dr. Felix Hillgruber vom Paläon Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere. "Wir schauen, wie der Fund im Boden gelegen hat, in welcher Tiefe er war und welche anderen Gegenstände es dort womöglich noch gab."

Kontext eines Fundes ist ebenso wichtig wie der Fund selbst

Die Tiefe eines Fundes verrät zum Beispiel, wie alt er sein könnte. Bei einem Münzfund können die Forscher darauf schließen, ob er sorgsam versteckt wurde, es einen Kampf gab oder er womöglich bei einem Erdrutsch oder einem Erdbeben verschüttet wurde.

"Aus dem Fund selbst lässt sich darauf nicht schließen", erläutert Hillgruber. Manche Finder könnten noch nicht einmal genau angeben, wo das Stück lag, sondern nur eine ungefähre Richtung angeben.

Kennt jemand sich nicht aus, gräbt er auf der Schatzsuche womöglich einen Münzkrug aus, reinigt ihn und bringt ihn dann bestenfalls zu einer Denkmalbehörde oder zu einem Museum. "Der Kontext ist für uns dann aber für immer verloren", sagt Hillgruber.

Zudem kann es passieren, dass Hobby-Archäologen weitere Relikte am Fundort aus Versehen zerstören, weil sie beispielsweise ein Stück Rost nicht als Überrest einer Schwertklinge erkennen.

Hobby-Archäologen haben schon viele wichtige Funde gemacht

Andererseits wären viele bedeutende Funde ohne die Hilfe von Hobby-Archäologen gar nicht erst gemacht worden. Dazu zählt zum Beispiel die Himmelsscheibe von Nebra. Auch das Schlachtfeld in Kalkriese und der Dänenschatz auf Rügen wurden von Laien entdeckt.

Auch deshalb bemühen sich viele Behörden und Forscher um eine gute Zusammenarbeit mit Sondengängern und Hobby-Archäologen.

Sie versuchen, sie entsprechend zu schulen, damit sie beispielsweise Fundstellen kartieren, die Funde an ihrem Fundort mehrfach fotografieren und im Zweifel die Behörde hinzuziehen, bevor sie aus Versehen beim Bergen etwas zerstören.

Manche Ausgrabungen sind offen für Hobby-Archäologen

Wer was wo suchen darf, ist ebenfalls Ländersache und unterschiedlich streng geregelt. "In Niedersachsen brauchen Sondengänger beispielsweise seit einigen Jahren eine Genehmigung", erläutert Hillgruber.

Das Landesamt für Denkmalpflege bietet zwei- bis dreimal im Jahr einen entsprechenden Kurs an. Haben potenzielle Sondengänger diesen absolviert, können sie einen Antrag auf eine Suchgenehmigung stellen.

Eine solche Genehmigung ist immer räumlich und zeitlich befristet. Sondengänger verpflichten sich damit zudem dazu, ihre Funde zu melden.

Viele von ihnen arbeiten ohnehin eng mit den Behörden zusammen. Das sieht auch der sogenannte Ehrenkodex der Sondengänger vor.

Auch bei Ausgrabungen arbeiten Archäologen manchmal mit Amateuren zusammen. Wer sich daran beteiligen möchte, findet hier eine Übersicht solcher Ausgrabungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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