Israelische Forscher haben Überreste einer rund 1.500 Jahre alten Klosteranlage mit einer Kirche entdeckt. Unter anderem wurden ein Mosaikboden und der verzierte Fuß einer Mamorsäule gefunden. Die Überreste waren besonders gut erhalten.

Israelische Archäologen haben westlich von Jerusalem die Überreste einer rund 1.500 Jahre alten Klosteranlage mit einer Kirche entdeckt.

Die Forscher fanden unter anderem einen Mosaikboden mit Blätter- und Vögelmotiven und den verzierten Fuß einer Marmorsäule, wie die israelische Altertumsbehörde am Mittwoch mitteilte.

Ein Arbeiter putzt den gefundenen Mosaikboden.

Überreste sind besonders gut erhalten

"Die Kirche ist eine der größten, von der wir in dieser Region wissen", sagte der Leiter der Ausgrabung, Benyamin Storchan. Die Anlage sei mindestens 40 mal 80 Meter groß gewesen.

"Wir waren überrascht vom wundervollen Erhaltungszustand der antiken Überreste." Der Marmor etwa stamme aus der Region der heutigen Türkei.

Der freigelegte Mosaikboden in Israel.

Die reichhaltige Ausstattung der Anlage aus dem byzantinischen Zeitalter könne darauf hindeuten, dass sie eine zentrale Pilgerstätte in der Region gewesen war.

Die Forscher haben mit Hilfe von mehr als 1.000 Schülern zudem ein kleines Bronzekreuz, einen Angelhaken und Öllampen ausgegraben sowie Marmorstücke, die mit Blättern oder einem Muschelmuster verziert sind.

Die Anlage sei im 7. Jahrhundert verlassen worden, heißt es in der Mitteilung der Altertumsbehörde. Die Gründe dafür seien unklar. Bisher sei nur ein kleiner Teil der Klosteranlage freigelegt worden. Die Arbeiten hätten im Sommer begonnen.

Das Römische Reich wurde im Jahre 395 nach Beginn der modernen Zeitrechnung in eine westliche und eine östliche Hälfte aufgeteilt. Jerusalem war bis zur Eroberung durch die Araber im Jahre 638 Teil des oströmischen oder byzantinischen Reichs.

Archäologen haben in der Türkei eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Sie haben auf dem Grund des Vansees ein 3.000 Jahre altes Schloss ausgegraben. Dieser Fund könnte Archäologen und Historikern jetzt ein ganz neues Gebiet erschließen.


© dpa