Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Rund 162 Liter davon trinkt jeder Bundesbürger durchschnittlich im Jahr. Dabei fällt tonnenweise Kaffeesatz an, der meist im Müll landet. Was viele nicht wissen: Für das Abfallprodukt von Kaffee gibt es zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten.

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Im Haushalt

Kaffeesatz kann als natürliches Scheuermittel verwendet werden. Hartnäckige Flecken lassen sich entfernen, indem man Kaffeesatz auf einen Schwamm gibt und damit in der Küche über die entsprechende Arbeitsflächen scheuert.

Dieser Trick sollte aber nicht auf empfindlichen Oberflächen angewendet werden.

Kaffeesatz entfernt auch unangenehme Gerüche. So hilft ein offenes Schälchen mit erkaltetem Kaffeesatz im Kühlschrank gegen Käsegestank oder andere ungewünschte Aromen.

Genauso kann man Schneidebretter und auch die Hände mit Kaffeesatz abreiben und danach abspülen, um sie beispielsweise nach dem Schneiden von Zwiebeln wieder zu neutralisieren.

Wer schon einmal versucht hat, Kaffeeflecken aus hellen Textilien zu entfernen, weiß um die färbenden Eigenschaften des Heißgetränks.

Diese kann man sich zunutze machen, wenn man seinen Holzmöbeln einen rustikalen Anstrich verleihen möchte.

Dafür das Holz mit Kaffeesatz einreiben, anschließend abwaschen und trocknen lassen und bei Bedarf wiederholen. Auch Ostereier und Kleidung lassen sich mithilfe von Kaffeesatz färben.

Manche Fleischliebhaber schwören darauf, ihr Steak in Kaffeesatz zu marinieren. Die Zugabe von einem Esslöffel Kaffeesatz zur Marinade soll das Fleisch zart machen und ihm eine leicht rauchige Note verleihen.

Im Garten und auf dem Balkon

Kaffeesatz ist ein fabelhafter Dünger, denn er enthält wichtige Nährstoffe wie Stickstoff und Kalium. Vor allem Pflanzen, die sauren Boden bevorzugen, tut die gemahlene Bohne aufgrund ihres niedrigen pH-Wertes gut.

Dazu zählen zum Beispiel Hortensien, Rosen, Rhododendron und Heidelbeeren. Feuchter Kaffeesatz schimmelt leicht, daher sollte er vor der Anwendungen als Dünger getrocknet werden.

Dann kann er entweder direkt in die Erde gemischt oder um die Pflanzen herum gestreut werden. Genau wie manche Pflanzen mögen auch Regenwürmer Kaffeesatz. Deshalb eignet er sich gut als Zugabe zum Komposthaufen. Hier verwandeln die Würmer ihn dann in nährstoffreiche Erde.

Andere Tiere hingegen gehen Kaffee aus dem Weg. Dazu zählen zum Beispiel Schnecken. Wer diese von seinem Salatbeet fernhalten möchte, kann einen kleinen Wall aus getrocknetem Kaffeesatz um das Beet bauen. Den können die Weichtiere nicht überwinden, weil ihnen der Untergrund zu trocken ist.

Ähnlich kann man Ameisen den Zugang erschweren, denn sie verständigen sich mit Duftspuren, die der Kaffee neutralisiert. Auch viele Katzen meiden Kaffee.

Hat man also ungebetenen Besuch von Nachbars Kater, der sein Geschäft im Garten erledigt, ist es eine gute Idee, getrockneten Kaffeesatz vermischt mit getrockneten Orangenschalen auf dem Rasen zu verteilen.

Körperpflege

In der Körperpflege findet Kaffeesatz ebenfalls Anwendung. Dank seiner körnigen Beschaffenheit eignet er sich als Zutat in einem selbstgemachten Peeling.

Dafür einfach getrockneten Kaffeesatz mit Pflanzenöl vermischen, zum Beispiel mit Oliven- oder Kokosnussöl, in die Haut einreiben und danach wieder abspülen.

So werden alte Hautschuppen abgerubbelt und gleichzeitig wird die Umwelt von Mikroplastik verschont, das in vielen handelsüblichen Peelings enthalten ist.

Auch gegen Cellulite soll Kaffeesatz helfen. Viele Anti-Cellulite-Pflegemittel enthalten Koffein, das die Blutzirkulation anregen soll. Warum also nicht selbst eine Creme herstellen?

Dazu Kaffeesatz mit etwas Pflanzenöl vermischen und die Paste beispielsweise in die Oberschenkel einmassieren. Das Ganze mit Frischhaltefolie umwickeln und 10 bis 20 Minuten einwirken lassen.

Diese Behandlung kann natürlich nicht andere wichtige Maßnahmen gegen Cellulite ersetzen, wie regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung.

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