Beim Thema "Kindererziehung" scheiden sich die Geister: Auf welche Art sollte man sein Kind am besten erziehen? Lesen Sie in diesem Artikel einige Anregungen statt strenge Richtlinien.

Sollen Kinder Strenge und Disziplin vermittelt bekommen und sich genau an elterliche Anweisungen halten? Oder sollten selbst kleine Kinder ihre Entscheidungen möglichst allein treffen, aber dann auch mit den Konsequenzen zurechtkommen? Einen gänzlich anderen Weg wählen die sogenannten Helikopter-Eltern, die im starken Gegensatz zur strengen Erziehung früherer Generationen stehen. Diese Eltern ordnen ihre eigenen Bedürfnisse denen ihrer Kinder unter und umsorgen und behüten sie ständig. Der Name Helikopter-Eltern kommt dadurch zustande, dass sie wie ein Überwachungshubschrauber ständig um ihre Kleinen kreisen. Oft schaden solche Eltern ihren Kindern aber auf lange Sicht, wenn sie ihnen alles abnehmen. Denn so wird der Nachwuchs praktisch zur Unselbständigkeit erzogen.

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Auf der anderen Seite bringt unsere Leistungsgesellschaft viele Eltern dazu, den Erfolg ihrer Kinder über Werte wie Fürsorge oder das persönliche Glück des Kindes zu stellen. Aber wie finden Eltern den richtigen Mittelweg in einer Zeit der medialen Rundumbeschallung, in der alle klüger, besser und erfolgreicher sein wollen? Dieser Erziehungsratgeber kann Ihnen nicht vorgeben, wie Sie Ihre Kinder richtig erziehen, denn jede Familie ist anders und ein umfassendes Handbuch über "richtige" oder "falsche" Erziehungswege wird es nicht geben. Aber unsere Hinweise können Anregungen sein, um eventuell einige Dinge bei der Kindererziehung zu ändern.

Erziehungstipp 1: Vermitteln Sie Ihrem Kind Fürsorge und leben Sie sie vor

Der Oberbegriff der "Fürsorge" umfasst mehrere Eigenschaften, wie beispielsweise Empathie, Hilfsbereitschaft, Verantwortung und Dankbarkeit. Wichtig dabei ist, dass sie nicht nur selbst die fürsorgliche Person sind, sondern auch das Kind mit der Zeit die Bedeutung von Rücksicht und Hilfsbereitschaft erkennt. Wenn Sie Ihrem Nachwuchs altersgerecht kleine Aufgaben im Haushalt übertragen, dann übernimmt das Kind nach und nach auch selbst Verantwortung. Auch Empathie können Sie Ihren Kindern im Rahmen guter Erziehung beibringen, indem Sie sie für solche Situationen sensibilisieren und sie zum Handeln auffordern. Zeigen Sie ihnen, dass es normal ist, wenn sie älteren und gebrechlichen Menschen ihren Platz in öffentlichen Verkehrsmitteln anbieten. Wörter wie "Bitte" und "Danke" sollten nicht nur leer daher gesagt werden, sondern auch ehrlich gemeint sein. Innerhalb der Familie bilden regelmäßige Gesprächsrunden eine gute Möglichkeit zum Austausch – so erfahren Eltern eventuell auch bereits vor den Sprechstunden von bestehenden Konflikten in der Schule und können frühzeitig Hilfe anbieten.

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Wenn Sie mit Ihren Kinder über die eigenen Gefühle sprechen, dann können diese Ihr Verhalten irgendwann von allein deuten und entsprechend reagieren. Natürlich sollen Kinder auch zu selbstbewussten Menschen erzogen werden, die selbst über ihre Gefühle sprechen können und die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die sie entgegenbringen, auch von anderen annehmen. Denn obwohl es viele Eltern es möglicherweise ungern hören, da angepasste Kinder weniger Stress bedeuten: Es geht bei der Frage "Wie erziehe ich mein Kind?" auch um die richtige Balance zwischen gesundem Egoismus und Altruismus. Denn spätestens, wenn die Kinder später als Erwachsene ihre eigenen Bedürfnisse anderen immer unterordnen, drohen in Berufsalltag oder Beziehung Burnout und Depression

Erziehungstipp 2: Halten Sie sich selbst an die Werte, die Sie vermitteln wollen

Es bringt Kindern überhaupt nichts, wenn ihre Eltern ihnen nur lange Reden über die richtigen Werte halten – sie müssen sie ihnen auch vorleben. Sie werden nicht zu ihrem Kind vordringen oder nur Trotz provozieren, wenn Sie Ihrem Kind sagen, dass Bewegung und frische Luft gut sind, aber Sie selbst Ihre Freizeit nur auf dem Sofa verbringen. Die Kinder sind oftmals der Spiegel ihrer Eltern. Denn was in der Familie unwichtig erscheint, das empfinden die Kinder dann oft auch als unwichtig – unabhängig davon, was die Eltern einfordern. Entscheidend ist, was die Eltern selbst vorleben. Bereits in jungen Jahren haben Kinder ein gutes Gespür dafür, wie ihre Bezugspersonen mit anderen Menschen umgehen. Werte werden also auch unbewusst vermittelt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das, was Eltern sagen, auch tatsächlich mit ihrem Handeln übereinstimmt. Andernfalls sind Kinder angesichts der Widersprüchlichkeit verwirrt. Wenn die Werte der Eltern von denen anderer Bezugspersonen abweichen, dann sollten die Eltern ihren Kindern erklären, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, so wie es eben auch unterschiedliche Wege in der Kindererziehung gibt.

Erziehungstipp 3: Kinder müssen lernen, mit negativen Gefühlen umzugehen

Jeder Mensch fühlt sich auch mal schlecht, das gehört zum Leben dazu und lässt sich nicht vermeiden. Kinder müssen daher lernen, auch mit negativen Gefühlen umzugehen. In Momenten der Trauer oder der Wut, helfen Ratschläge wie "Einmal tief Luft holen, bevor man handelt" am besten. Außerdem ist es wichtig, dass das Kind seine Emotionen benennen kann. Ermuntern Sie Ihren Sprössling dazu, sich Ihnen gegenüber zu öffnen, wenn ihm etwas auf der Seele brennt.

Folgen Sie den obenstehenden Erziehungstipps, trägt das eventuell zu einem offeneren Klima unter den einzelnen Familienmitgliedern bei, in dem sich auch Konflikte einfacher lösen lassen. Und Konflikte kommen in jeder Familie vor – daran kann keine Erziehungsmethode etwas ändern. Wichtig ist nur, wie man mit solchen Konflikten umgeht, um sie zu lösen.© 1&1 Mail & Media