Ihr Kind will nicht in die Schule – was können Sie tun? Wir zeigen auf, welche Gründe verantwortlich für die Schulverweigerung sein können und wie Sie damit umgehen.

Wenn das Kind nicht in die Schule gehen will, sind die Eltern zunächst einmal ratlos. Was ist nur mit ihrem Kind los? Meistens besteht jedoch kein Grund zur Beunruhigung – die Unlust ist nur vorübergehend. Von Schulverweigerung spricht man dann, wenn ein Schüler dem Unterricht häufig und für längere Zeit fernbleibt, ohne offiziell entschuldigt zu sein. In Deutschland gilt dies als Delikt, da Kinder der Schulpflicht unterliegen – die Eltern können in diesem Fall mit einer Geldbuße belegt werden. Doch was sind überhaupt die Gründe dafür, dass sich ein Kind weigert, die Schule zu besuchen? Und wie reagieren Eltern am besten darauf?

Schulverweigerung: typische Ursachen

Wenn Kinder Schulgebäude und Unterricht bewusst und dauerhaft meiden, dann steckt meistens wesentlich mehr dahinter, als dass sie nur "keinen Bock auf Schule" haben. Die Gründe dafür sind vielfältig und im Alter und der Persönlichkeit des Kindes zu suchen. Vor allem Grundschülern fällt es anfänglich schwer, die Geborgenheit zu Hause zu verlassen. Sie sind von der neuen Umgebung eingeschüchtert und den schier unüberschaubaren sozialen Regeln überfordert – kurz: Das Kind hat Angst vor der Schule.

Mit dem Älterwerden und der Pubertät ändern sich im Schulalltag auch die Probleme des Kindes: Auf der weiterführenden Schule sind die Anforderungen höher – das Kind will nicht mehr zur Schule, weil es sich von dem permanenten Leistungsdruck überfordert fühlt. Wird dieser Zustand dauerhaft, resigniert es irgendwann: Zunächst werden nur einzelne Unterrichtstunden geschwänzt, bis das Kind irgendwann gar nicht mehr in der Schule erscheint. Den Weg zurückzufinden, gelingt nur schwer: Der Schüler hat schließlich einen Großteil der Unterrichtsinhalte verpasst – schlechte Noten sind die Folge. Das führt erneut zu Demotivation: Der verpasste Stoff lässt sich nur noch mit viel Anstrengung aufholen, obwohl der Wunsch "es zu schaffen" durchaus vorhanden sein mag. Der Schüler bleibt dem Unterricht erneut fern, um sich keine Blöße zu geben.

So sollten Sie damit umgehen, wenn Ihr Kind zur Zigarette greift.

Allerdings gibt es auch Schüler, die sich vom Unterrichtsstoff eher unterfordert fühlen. Sie sind meistens überdurchschnittlich intelligent. Ihnen fällt der Unterricht sehr leicht, oft sind sie ihren Mitschülern weit voraus. Ist der Unterricht sehr einfach strukturiert und das Thema uninteressant, langweilen sich hochintelligente Kinder und stellen den Sinn der Schule infrage. Mögliche Konsequenzen: Der Schüler verweigert die Leistung, wird verhaltensauffällig – oder das Kind geht nicht mehr zur Schule.

Auch die Angst vor bestimmten Lehrern kann zur Schulverweigerung führen. Manche Lehrer sind ungeduldig und barsch; sie reden laut, tadeln viel und wirken dadurch insgesamt einschüchternd und unsympathisch. Vielleicht hat ein Lehrer Ihr Kind mit Worten verletzt oder Ihr Sprössling hat eine furchtbar schlechte Note kassiert. Vor allem ruhige, sensible Kinder lassen sich von einer Autoritätsperson wie einem Lehrer leicht verunsichern.

Ihr Kind verweigert eventuell auch die Schule, weil es Schwierigkeiten mit Mitschülern hat. Mobbing ist ein ernstzunehmendes Thema an Schulen. Wenn Sie erfahren, dass Ihr Kind gehänselt oder gar drangsaliert wird, suchen Sie schnellstmöglich das Gespräch mit dem Klassenlehrer. Streitereien und Hänseleien zwischen Grundschülern sind meistens schnell beigelegt, doch dauerhaftes Mobbing, vor allem im Teenageralter, kann böse Folgen haben. Ändert sich die Situation für Ihr Kind nicht, bleibt im schlimmsten Fall nur ein Schulwechsel.

Was tun bei Schulverweigerung?

Selbstredend bleibt es nicht lange unbemerkt, wenn ein Schüler längerfristig unentschuldigt fehlt. Früher oder später wird die Schule Sie kontaktieren. Sofern Sie nichts von der Schulverweigerung Ihres Kindes wussten, sollten Sie umgehend handeln und mit Ihrem Kind über sein Verhalten sprechen. Je schneller Sie handeln und gemeinsam mit ihm und ggf. der Schule die Ursachen beheben, desto eher gelingt es Ihrem Kind, sich wieder in den Schulalltag zu integrieren.

Wichtig ist, dass Sie verständnisvoll und ruhig bleiben: Versuchen Sie im Gespräch herauszufinden, was Ihr Kind bekümmert oder wovor es Angst hat. Bleiben Sie geduldig, aber hartnäckig, denn es kann durchaus passieren, dass Ihr Kind nicht sofort mit der Sprache herausrückt. Wenden Sie sich auch an die Lehrer, vor allem an den Klassenlehrer. Sie können den Leistungsstand Ihres Nachwuchses einschätzen und bestenfalls die Probleme benennen, die zur Schulverweigerung geführt haben.

Welcher Betrag ist für welches Alter passend? Wir liefern ein paar Ideen.

Bei alldem ist es essenziell, dass Sie Ihrem Kind vertrauen. Sofern sich konkrete Probleme mit Lehrern oder Mitschülern ausschließen lassen, sollten Sie eine Über- oder Unterforderung als Ursache in Betracht ziehen. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, für Ihr Kind eine andere Schulform zu wählen. Bei anhaltender Schulverweigerung können Sie Ihr Kind zur Teilnahme an außerschulischen Projekten motivieren, die sich speziell an Schulverweigerer richten. Der Vorteil: Ihr Kind behält eine regelmäßige Tagesstruktur bei, ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen. Suchen Sie das Gespräch mit dem Schulpsychologen und den Sozialarbeitern der Schule, die Ihnen professionelle Unterstützung bieten können. Und nicht zuletzt: Beugen Sie ernsthaften Schulproblemen Ihres Kindes vor, indem Sie mit ihm regelmäßig über seinen Schulalltag, seine Gefühle und Gedanken sprechen.© 1&1 Mail & Media