• Der Klimawandel ist real: Wie drastisch die Folgen des menschlichen Eingriffs in die Natur sind, hat der Weltklimarat in einem Bericht offengelegt.
  • Der Bericht macht deutlich, wie eng Klimawandel und Naturschutz miteinander verbunden sind und was die Menschenheit dringend tun sollte, um den katastrophalen Folgen der Klimaveränderung Einhalt gebieten zu können.

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Der Weltklimarat berichtet an diesem Montag über die drastischen Folgen des menschengemachten Klimawandels für Mensch und Natur. Die Welt befinde sich im entscheidenden Jahrzehnt, um das Ruder noch herumzureißen und die schlimmsten Folgen abzuwenden, sagte der Ko-Vorsitzende der zuständigen Arbeitsgruppe des Weltklimarats (IPCC), Meeresbiologe Hans-Otto Pörtner, vor der Veröffentlichung.

"Es gibt nur einen begrenzten Zeitraum, in dem erfolgreiches Handeln auf den Weg gebracht werden kann", fügte er hinzu. Dazu sei ein massiver Rückgang des Treibhausgas-Ausstoßes nötig, aber auch Anpassungen, um Gefahr für Leib und Leben so weit wie noch möglich abzuwenden. Der Bericht dürfte argumentieren, dass Anpassung und Minderung des Klimawandels die Welt deutlich billiger zu stehen kommen als die Folgen eines deutlichen Temperaturanstiegs.

Klimawandel und Naturschutz hängen eng miteinander zusammen

Der Bericht dürfte auch empfehlen, Naturräume wieder herzustellen und zu schützen. Nötig sind nach Überzeugung der Wissenschaft auch Umwälzungen des Lebenswandels: weniger Fleisch essen etwa, weil für das Weiden riesige Agrarflächen gebraucht werden. Dafür werden oft Wälder gerodet, die klimaschädliches CO2 aufnehmen könnten, oder Flächen genommen, auf denen Nahrungsmittel angebaut werden könnten.

Weltklimarat: Lebensstil ist wichtiger Faktor im Kampf gegen den Klimawandel

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Der Mensch verändert das Klima, so viel steht fest. Zwar reagiert die Politik zum Beispiel mit dem geplanten Ausstieg aus der Kohleenergie und mit der Förderung von Elektroautos. Damit allein ist es aber nicht mehr getan - zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht des Weltklimarats.

Meteorologin und Mitautorin Daniela Jacob sprach vorab von einer nötigen Wärmewende im Gebäudesektor und einer Mobilitätswende: mehr klimaneutrales Fahrrad- statt Autofahren oder Zugfahren statt Fliegen. Der Mehrwert müsse deutlich gemacht werden, sagte sie: "Was heute gut ist für mich und meine Gesundheit, ist auch gut für das Klima. "Eine klimaresilientere Welt ist auch die schönere Welt."

Der Bericht will deutlich machen, wie wichtig die Verzahnung von Klima- und Naturschutz ist. Unbedachte Klimaschutz-Maßnahmen könnten den Schwund der Artenvielfalt beschleunigen. Monokulturen wie riesige Raps- oder Maisfelder zur Produktion von Biotreibstoff seien ein Beispiel.

Weltklimarat setzt sich für Begrenzung der Erderwärmung ein

Der Weltklimarat (IPCC) in Genf wurde 1988 als UN-Gremium gegründet. Er legt zur Zeit den 6. Sachstandsbericht über die Klimaforschung vor. Dazu gehören drei Teile. Der erste, über die naturwissenschaftlichen Grundlagen, wurde im August 2021 veröffentlicht. Am Montag geht es im zweiten Teil um die Folgen und nötige Anpassungen. Der dritte Teil befasst sich mit den technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, um den Klimawandel zu mindern. Er wird im April erwartet.

Laut Weltklimarat lag die globale Durchschnittstemperatur im Zeitraum 2010 bis 2019 durch die von Menschen verursachten Treibhausgase rund 1,1 Grad höher als in vorindustrieller Zeit (1850-1900). Allein seit dem 5. Sachstandsbericht 2014 ist sie um weitere 0,2 Grad gestiegen.

Die Folgen sind heute in praktisch allen Teilen der Welt sichtbar: verheerende Waldbrände wie im Mittelmeerraum und im Westen der USA, Überschwemmungen wie in der Region Ahr und Erft im Juli 2021, Hitzewellen wie in Sibirien und andere Extremwetterereignisse.

Laut Klimaabkommen streben die Länder der Welt an, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dieses Niveau dürfte laut Weltklimarat in den nächsten 20 Jahren erreicht oder überschritten werden. Deutlich höhere Erwärmung hätte nach Studien katastrophale Folgen.  © dpa

Plastikmüll am Strand

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Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl des verwendeten Plastiks und der Umfang des Plastikmülls verdoppelt. Ein immenses Problem ist, dass über 300.000 Tonnen des Mülls weltweit in Gewässern landen. Die OECD fordert daher "koordinierte weltweite Lösungen".