Erinnern Sie sich noch an Hale-Bopp? Der Komet sorgte 1997 für Furore. Jetzt steht uns der Besuch eines ähnlichen Kometen ins Haus: "Panstarrs" zieht in den nächsten Wochen an der Erde vorbei. Schon Jahre konnten wir hierzulande keinen Schweifstern mehr mit bloßem Auge beobachten. "Panstarrs" ist jedoch ein guter Kandidat für solch ein himmlisches Erlebnis.

Entdeckt haben Astronomen den Himmelskörper im Juni 2011 mit dem Teleskop "Pan-STARRS" (Panoramic Survey Telescope & Rapid Response System), das auf dem hawaiianischen Vulkan Haleakala steht. Nach diesem Teleskop wurde der Schweifstern benannt, der daneben die wenig eingängige astronomische Bezeichnung C/2011 L4 trägt.

Kometen bestehen aus Eis und Staub: Bildlich kann man sie sich wie schmutzige Schneebälle vorstellen. Wenn so ein Himmelskörper der Sonne nahe kommt, wird er erhitzt. Die dabei losgelösten Staub- und Gaspartikel formen den Kometenschweif.

Ist der Komet gefährlich für uns?

Unklar ist, ob der Komet "Panstarrs" der Erde schon einmal in grauer Vorzeit nahe gekommen ist, oder ob es sich um die erste Stippvisite handelt. Auch Wissenschaftler können nicht genau vorhersagen, wie der Besuch ablaufen wird – also wann und wie hell er zu sehen sein wird. "Stellen Sie sich auf Überraschungen ein. Ein neuer Komet aus der Oortschen Wolke ist gleichermaßen fähig zu spektakulären Auftritten wie zu jämmerlichen Vorstellungen", sagte Karl Battams vom Naval Research Lab der Nasa.

Sorgen muss sich jedoch niemand machen, denn auf der Erde einschlagen wird der Komet sicher nicht. Laut Nasa wird der kleinste Abstand am 5. März etwa 100 Millionen Meilen (zirka 160 Millionen Kilometer) betragen.

Wann "Panstarrs" zu sehen ist

So sieht es aus, wenn sich eine Sonde der ISS nähert.

Voraussichtlich am 10. März kommt "Panstarrs" dann der Sonne am nächsten. Zu diesem Zeitpunkt wird er wohl am hellsten scheinen. Für Himmelsgucker besteht die Hoffnung, den Kometen mit bloßem Auge zu erkennen, und zwar tief am Westhimmel. Ungünstig für die Beobachtung ist allerdings, dass "Panstarrs" wegen seiner Nähe zur Sonne nur während der hellen Abenddämmerung am Himmel steht – und dementsprechend schlechter sichtbar ist, als er das am dunklen Nachthimmel wäre.

Tag für Tag wird der Schweifstern aber höher am Himmel erscheinen und erst nach Ende der Abenddämmerung untergehen. Nachteilig ist dann jedoch, dass seine Helligkeit wieder abnehmen wird. Dazu kommt, dass das Licht des zunehmenden Mondes die Beobachtung des Kometen ab 19. März stören wird.

Falls die Beobachtung von "Panstarrs" eine Enttäuschung werden sollte, muss sich aber niemand grämen. Denn im November diesen Jahres wird ein weiterer Komet an der Erde vorbeifliegen, der noch viel mehr Potenzial besitzt. "Ison" könnte bei seiner Stippvisite laut Nasa so hell wie ein Vollmond bei Tageslicht leuchten. (ah)