Forscher haben ein starkes Radiosignal aus dem Sternbild Herkules empfangen. Als Ursprung wurde der Stern "HD 164595" ausgemacht. Ob das Signal eine natürliche Ursache hat oder ob es einen künstlichen und damit außerirdischen Ursprung hat, debattieren Forscher gerade. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass vermeintliche Aliens mit uns Kontakt aufnehmen wollen – und am Ende eine völlig neue Entdeckung unser Bild des Universums völlig auf den Kopf stellt. Ein Überblick.

Der Stern "HD 164595" ist Teil des Sternbildes Herkules und liegt mehr als 90 Lichtjahre von der Erde entfernt. Von dem Himmelskörper ist bislang nur bekannt, dass ihn mindestens ein Planet umkreist. Auch ein ganzes Planetensystem kann dort nicht ausgeschlossen werden.

Forscher haben keine Erklärung für ein Signal aus dem All.

Nun haben Forscher mit einem russischen Radioteleskop ein starkes Radiosignal empfangen, das von "HD 164595" ausgeht. Und diese Entdeckung hat einen Streit in der Wissenschaftsgemeinde ausgelöst: Nehmen hier etwa Aliens mit uns Kontakt auf? Diese Frage wird derzeit heiß debattiert.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich aber tatsächlich um Außerirdische handelt, die das Signal in unsere Richtung senden, ist allerdings sehr gering: Die aufgewendete Energiemenge, die zum Senden des Signals verwendet wird, entspricht etwa der Hälfte der elektrischen Leistung aller auf der Erde existierenden Kraftwerke. Ein ungeheurer Aufwand, um mit einem kleinen blauen Planeten in Kontakt zu treten, von dem vermeintliche Aliens noch nicht einmal wissen, ob er auch wirklich intelligentes Leben hervorgebracht hat. Wahrscheinlicher ist also eine natürliche Ursache des Signals oder ein Fehler in den Daten. Doch diese Entdeckung von "Aliens" wäre nicht das erste Mal, dass die Wissenschaft am Ende etwas Neues über das Universum lernt.

Gammablitze: Führen die Aliens Krieg?

So weit sind die Forscher auf ihrer Suche nach Außerirdischen.

Am 2. Juli 1967 nimmt ein US-Amerikanischer Vela-Überwachungssatellit seltsame Daten auf – einen Gammablitz. Der Satellit dient zur Entdeckung oberirdischer Atomtests und Gammablitze treten bei der Detonation von atomaren Sprengköpfen auf. Doch die Forscher, welche die Daten analysieren, stellen fest, dass der Ursprung des Phänomens nicht auf der Erde liegt, sondern im All.

Während einige US-Militärs die Daten als Auswirkungen eines interstellaren Krieges interpretieren, forschen die Astro-Physiker weiter. Auch wenn heute noch nicht alle Details geklärt sind, geht die Wissenschaft davon aus, dass es sich bei Gammablitzen um ein natürliches Phänomen handelt. Sie entstehen bei einer besonderen Art der Supernova, einer sogenannten Hypernova-Explosion – dem Tod eines besonders massereichen Sterns, oder bei der Verschmelzung zweier Neutronensterne. Objekte wie Neutronensterne sind Wissenschaftlern bis dahin völlig unbekannt – und vermeintliche Aliens spielen bei ihrer Entdeckung eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Pulsare: Neutronensterne als Leuchtfeuer der Außerirdischen

Neutronensterne sind die Vorstufe eines Schwarzen Lochs und entstehen durch den Tod eines massereichen Sterns. Ihre Materie ist extrem dicht gepackt: Während des Kollaps des Sterns treten solche Kräfte auf, dass die atomaren Bestandteile Protonen und Elektronen ineinander gepresst werden und sich Neutronen bilden. Viele Neutronensterne fangen durch den Kollaps an zu rotieren. Das Ergebnis: Der Stern sendet meist im Radiobereich Strahlung aus, die von der Erde aus einem Funkleuchtfeuer ähnelt – präzise wie ein Uhrwerk, wie von einer außerirdischen Zivilisation erschaffen.

Zu diesem Schluss kommt auch Jocelyn Bell im 28. November 1967 als in ihren Daten plötzlich diese präzisen Funksignale auftauchen. Scherzhaft nennt sie die Funkquelle zunächst "LGM-1" – das LGM steht für "Little Green Men", "kleine grüne Männchen". Erst später und durch jahrelange Forschung werden der Ursprung und die Entstehung des Signals entschlüsselt. Inzwischen heißt der erste jemals entdeckte Pulsar "PSR B1919+21" und seine Entstehung ist vollständig entschlüsselt. Doch nicht alle Rätsel des Universums sind bis heute vollständig gelöst.

Das Wow!-Signal: Der erste Funkspruch von E.T.?

Am 15. August 1977 empfängt ein Radioteleskop im Rahmen des SETI-Projekts ("Search for Extraterrestrial Intelligence, dt. Suche nach außerirdischer Intelligenz) ein unglaublich starkes Signal aus Richtung des Sternbilds Schütze. Es ist 30-fach so stark wie das Hintergrundrauschen des Universums und extrem schmalbandig - ein deutlicher Hinweis auf eine künstliche Radioquelle. Der verantwortliche Astrophysiker Jerry Ehman markiert das Signal mit dem Wort "Wow!" auf einem Ausdruck. Und die Debatte beginnt: Hat die Menschheit soeben eine Nachricht von E.T. erhalten?

Anscheinend nicht: Denn das Signal ist nicht wiederzufinden. Weitere Radioteleskope scannen den Himmel, das Signal bleibt aber verschollen. Erst im Jahr 2016 gibt es einen Erklärungsansatz, der Außerirdische als Ursprung des Signals ausschließt: Kometen. Nach der Theorie von Physik-Professor Antonio Paris sind Himmelskörper vom Rande unseres Sonnensystems für das "Wow!" verantwortlich. Seine These wird von Nasa-Aufzeichnungen unterstützt – im betreffenden Zeitraum waren tatsächlich Kometen im entsprechenden Abschnitt des Himmels unterwegs und sind daraufhin wieder in den Tiefen des Alls verschwunden. Und in der Weite des Weltraums wartet noch eine weitere Überraschung auf die Menschheit.

Dyson-Sphäre um "KIC 8462852": Zapfen Aliens ihren Mutterstern an?

Im März 2009 startet das Weltraumteleskop Kepler. Seine Aufgabe: Das Aufspüren von außerirdischen Planten – und Kepler ist extrem erfolgreich. In dem kleinen beobachteten Himmelsausschnitt entdeckt das Teleskop tausende Planeten und macht einen unglaublichen Fund: Um den Stern "KIC 8462852" im Sternbild Schwan passiert etwas sehr Seltsames – sein Licht schwankt extrem stark, auf unnatürliche Weise.

Kepler findet Planeten, indem es das Sternenlicht analysiert. Schiebt sich ein Planet zwischen Stern und Teleskop, wird der Stern etwas dunkler. Je größer der Planet ist, desto mehr Licht wird geblockt. Die bislang größten entdeckten Planeten haben in etwa die Größe unseres Jupiters und umkreisen ihren Stern sehr nah. Die von Kepler gelieferten Daten deuten allerdings auf ein viel größeres Objekt hin – die Spekulationen gehen hier in Richtung einer sogenannten Dyson-Sphäre.

Eine Dyson-Sphäre ist ein hypothetisches Konstrukt, um die Energie eines Sterns zu bündeln und zu nutzen – und wäre in diesem Fall natürlich außerirdischer Natur. Doch bislang ist das reine Spekulation wie die an der Veröffentlichung beteiligten Forscher immer wieder betonen, wie in diesem Video (englisch):

Ob es sich bei den Lichtschwankungen von KIC 8462852 um ein natürliches oder künstliches Phänomen handelt, muss die Forschung der nächsten Jahre und Jahrzehnte klären. Doch die Wahrscheinlichkeit für die Existenz von Aliens ist, wie die Vergangenheit zeigt, äußerst gering - doch die Menschheit versteht am Ende einen weiteren Teil des Kosmos wieder etwas besser und sucht weiter nach den kleinen grünen Männchen.