"Endangered": Diese Tiere sind vom Aussterben bedroht

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Erstaunliche Bilder, die traurig machen: Der Fotograf Tim Flach hat für seinen Bildband "Endangered" bedrohte Tierarten festgehalten. Mit seinen 180 Bildern thematisiert er eines der wohl dringlichsten Probleme unserer Zeit.

Der Weißrückengeier steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Obwohl es Anfang der Neunziger Jahre noch geschätzte 270.000 Exemplare weltweit gegeben haben soll, ist der Bestand in einigen Teilen Afrikas um bis zu 90 Prozent eingebrochen. Die Hauptursache: Zerstörung des Lebensraums durch landwirtschaftliche Nutzung.
Auch das Weißbauchschuppentier hat einen schweren Stand in seinem natürlichen Lebensraum Afrika. Nicht nur sein Fleisch gilt als Delikatesse, auch die Schuppen sind begehrt, da ihnen heilende Kräfte zugesprochen werden. Eine weitere Bedrohung ist der Straßenverkehr.
Der Schuhschnabel könnte zwar fliegen, verzichtet aber darauf. Sucht er gerade kein Futter, steht er meist bewegungslos herum. Trotzdem bedrohen ihn nicht etwa Jäger, sondern die Zerstörung seines Lebensraums. Weltweit wird sein Bestand auf höchstens 8.000 Exemplare geschätzt, 80 Prozent davon leben im Südsudan.
Diese durchsichtigen Tierchen heißen im Deutschen Ruderschnecken und werden höchstens fünf Zentimeter groß. Ihre englische Bezeichnung "sea angels" klingt übersetzt ein wenig poetischer: Meeres-Engel. Sie ernähren sich von sogenannten Seeschmetterlingen, die vom Aussterben bedroht sind. Kommt es soweit, sieht es auch für die Ruderschnecken schlecht aus.
Die Saiga lebt in Russland und Kasachstan und steht dort unter Schutz. Trotzallem wird diese Gazellenart durch Wilderer bedroht, auch harte Winter machen ihr zu schaffen. Bis 2014 hatte sich der Bestand in Kasachstan auf bis zu 250.000 Exemplare erholt, bevor es zu einem Massensterben kam, dem bis zu 200.000 Tiere zum Opfer fielen. Schuld: ein Bakterium.
Der Zweifarbentamarin lebt nur in einem sehr kleinen Gebiet am Amazonas. Durch Rodungen ist der dortige Regenwald bedroht, allerdings haben die Primaten aus der Familie der Krallenaffen ein zweites Problem: Rothandtamarine verdrängen sie zunehmend aus dem schrumpfenden Lebensraum.
Dieser Laubfrosch der Art Hylomantis lemur lebt in Costa Rica, Panama und Kolumbien. Waldrodungen und vermutlich die Pilzerkrankung Chytridiomykose sorgen für den Rückgang der Bestände. Infizierte Tiere verweigern die Nahrungsaufnahme und verfallen in einen Zustand der Apathie, bevor sie sterben.
Hier schüttelt sich ein Königstiger. Bei nur noch etwa 2.500 Exemplaren ein seltener Anblick. Beheimatet auf dem Indischen Subkontinent bedrohen ihn Wilderer, die Zerstörung des Lebensraums sowie ein Mangel an Beutetieren. Trotz Schutzmaßnahmen nehmen die Bestände weiter ab.
Der Beluga-Stör oder auch Europäischer Hausen (Huso huso) leidet stark unter der Überfischung des Schwarzen und Kaspischen Meeres. Beliebt als Speisefisch und als Kaviar-Lieferant, wird er auch in der Wolga gefangen, wo zudem seine Laichgründe zerstört wurden.
Das Cover des neuen Buchs aus dem Abrams-Verlag über bedrohte Tierarten "Endangered" von Tim Flach (in Zusammenarbeit mit dem Zoologen Dr. Jonathan Baillie und Sam Wells) zeigt einen Kronensifaka aus der Familie der Lemuren. Wie bei allen Lemuren beschränkt sich sein natürlicher Lebensraum auf die Insel Madagaskar. Gefährdet durch Abholzung und Holzkohlegewinnung ist sein Bestand innerhalb von 30 Jahren um die Hälfte geschrumpft.