Der vergangene Mai geht als heißester Monat seit dem Jahr 1881 in die deutschen Wetteraufzeichnungen ein. Experten des Deutschen Wetterdienstes erklären das mit dem Klimawandel. Das bedeutet auch eine Zunahme von extremen Unwettern.

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In der vergangenen Woche war es noch eine Vermutung des Deutschen Wetterdienst (DWD), nach der Auswertung aller Wetterstationen steht nun fest: Der Mai 2018 ist der heißeste seit 1881 gewesen - und dies nach einem April, der bereits der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war. Mit einer Durchschnittstemperatur von 16 Grad war der Mai 2018 ganze 3,9 Grad wärmer als der langjährige Vergleichswert (Mittel der Monatswerte 1961 bis 1990).

Dass zwei Monate in Folge neue Temperaturrekorde aufgestellt werden, ist nach DWD-Angaben ein ausgesprochen seltenes Ereignis und kam in den vergangenen hundert Jahren bisher nur im November und Dezember 2015 vor. Allerdings: In den vergangenen Jahrzehnten kam es als Folge des Klimawandels immer wieder zu neuen Höchstwerten in den Monatsbilanzen, so der DWD am Montag.

Fünf Hitzerekorde in sieben Jahren

"Wir erleben die letzten Jahre eine Häufung klimatologischer Rekorde, die sich in der Summe nur mit dem Klimawandel erklären lassen", sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker. Mit diesen Rekorden sei aber auch eine Zunahme von Extremereignissen verbunden - im Mai etwa Starkregen und heftige Gewitter.

Für die Zukunft erwarten die DWD-Wissenschaftler eine weitere Zunahme solcher Extremereignisse. "Dies erfordert von uns allen intensivere Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen", sagte Becker.

Seit 2011 verzeichnete der DWD bisher fünf neue Rekorde, in den Jahren 2001 bis 2010 waren es zehn - und stets standen sie für neue Temperatur-Höchstwerte.

Tropennächte im Mai

Der letzte "Minimumrekord" dagegen liegt mehr als 60 Jahre zurück, als im Februar 1956 ein besonders kalter Monat verzeichnet wurde.

Auch die Intensität der Temperaturanstiege hat nach DWD-Angaben zugenommen, vor allem im Norden und Osten Deutschlands. Im Berliner Raum und in Frankfurt am Main fiel das Thermometer in der letzten Maiwoche teilweise nicht mehr unter 20 Grad. Normalerweise sind solche sogenannten Tropennächte nur im Juli oder August üblich.

Mai-Temperaturrekorde gab es in diesem Jahr vor allem auch in Nordeuropa, berichtete der DWD. Dänemark habe den wärmstenMai seit 1872 mit einer Monatsmitteltemperatur von 15 Grad verzeichnet. Das sei üblicherweise die Durchschnittstemperatur im Juli. In Oslo in Norwegen wurde der wärmste Mai seit 1837 registriert, hieß es. In Österreich sei dieser Mai der wärmste seit dem Jahr 1868 gewesen, in der Schweiz der zweitwärmste seit 1864. (mc/dpa)

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