Hurrikan, Tornado oder Orkan? So unterscheiden sich Stürme

Zyklon, Taifun oder Tornado? Sind das nicht einfach nur verschiedene Namen für Wind? Oder gibt es tatsächlich Unterschiede bei den Sturmarten? In der Galerie lesen Sie, wie sich die einzelnen Stürme voneinander abgrenzen lassen.

Als Sturm bezeichnet man Windgeschwindigkeiten von mehr als 74 km/h. Auf der Beaufort-Skala, die zur Klassifikation von Windgeschwindigkeiten dient, entspricht das einer Stärke von 9. Weitere Unterscheidungen nach Windstärke sind ein schwerer Sturm mit bis zu 102 km/h und Windstärke 10, ein orkanartiger Sturm der Windstärke 11 mit Geschwindigkeiten bis zu 117 km/h sowie ein Orkan mit Windstärke 12 ...
Orkane sind starke Stürme ab einer Geschwindigkeit von 118 km/h und treten vor allem in Mittel- und Nordeuropa auf. Sie können bis zu 300 km/h schnell werden und entstehen besonders im Herbst und Winter. Denn dann trifft die warme Luft aus Richtung des Äquators auf die wesentlich kältere Polarluft. Voraussetzung dafür sind sehr große Temperaturunterschiede - je größer die Unterschiede, desto stärker die Stürme.
In Deutschland und Europa hinterlassen Orkane immer wieder schwere Schäden. Bäume werden entwurzelt, der Bahnverkehr muss eingestellt werden, Häuser werden abgedeckt, und es kommt zu Stromausfällen. 2007 zog Sturmtief Kyrill mit bis zu 200 km/h über Europa und verursachte Sachschäden in Höhe von zehn Milliarden Dollar, davon 5,5 Milliarden in Deutschland.
Als Wirbelsturm bezeichnet man verschiedene Windphänomene, bei denen die Luft um eine vertikale Achse kreist. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind damit fast immer die tropischen Wirbelstürme gemeint. Sie entstehen über dem Meer, wo die Temperatur des Wassers mindestens 26,5 Grad Celsius beträgt. Durch Sonneneinstrahlung verdunstet Wasser, Luft steigt auf.
Am Boden entsteht ein niedriger Luftdruck, und immer mehr warme und feuchte Luft wird aus der Umgebung angezogen. Durch die Erdrotation werden die Luftmassen in eine Drehbewegung versetzt. Wirbelstürme entstehen nur zwischen dem fünften und 20. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators, da nur dort die sogenannte Corioliskraft groß genug ist. Je nach Entstehungsort hat der Wirbelsturm einen anderen Namen ...
Der Hurrikan ist ein tropischer Wirbelsturm, der im Nordatlantik und auf dem Nordostpazifik sowie im Karibischen Meer und im Golf von Mexiko entsteht. Im Pazifik treten Hurrikans zumeist im August und September auf, im Atlantik zwischen Anfang Juni und Ende November.
Durch hohe Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 km/h und die damit einhergehenden schweren Niederschläge stellt ein Hurrikan eine große Gefahr dar, sobald er auf Land trifft. Gemessen am materiellen Schaden war Hurrikan Katrina der verheerendste Vertreter seiner Art: 2005 zog er mit bis zu 300 km/h über den südöstlichen Teil der USA. Über 1.000 Menschen verloren ihr Leben, ein Schaden von 81 Milliarden Dollar entstand.
Als Taifun bezeichnet man tropische Wirbelstürme, die in Ost- und Südostasien und im nordwestlichen Teil des Pazifiks auftreten. Taifune sind meist stärker als Hurrikans oder Zyklone und können ganzjährig auftreten, vermehrt entstehen sie im August und Dezember.
Auch hier entstehen jährlich schwere Schäden durch die hohen Windgeschwindigkeiten sowie den in kürzester Zeit sehr starken Regen, was Überschwemmungen und Erdrutsche zur Folge hat. Einer der stärksten Taifune, der seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen wurde, ist Haiyan, der 2013 mit Böen von bis zu 380 km/h schwere Verwüstungen besonders auf den Philippinen anrichtete.
Der Zyklon zählt ebenfalls zu den Wirbelstürmen, tritt allerdings im nördlichen und südwestlichen Indischen Ozean sowie im Südpazifik auf. Die Hauptsaison der Zyklone ist nach dem Sommermonsun zwischen Mai und Juni sowie Oktober und November, aber auch zu anderen Zeiten können sie auftreten.
Einer der folgenschwersten Zyklone der jüngeren Vergangenheit ist Nargis, der sich im April 2008 im Golf von Bengalen bildete und vor allem Myanmar mit schweren Schäden zurückließ. Insgesamt kamen über 130.000 Menschen ums Leben, es entstand ein materieller Schaden von zehn Milliarden Dollar.
In Australien und Indonesien gibt es eine ganz besondere Bezeichnung für den tropischen Wirbelsturm: Willy-Willy. Den Namen prägten europäische Einwanderer, die aus dem englischen "whirlwind" zunächst "whirly-whirly" machten und später "willy-willy". Die Windgeschwindigkeit liegt bei circa 118 km/h, was einem Wert von 12 auf der Beaufort-Skala entspricht. Willy-Willies haben ihre Hauptsaison zwischen Januar und Ende März.
Im Gegensatz zum tropischen Wirbelsturm ist der Tornado ein schneller, rotierender Luftwirbel, der über Land entsteht. Auch ist er oft kleiner und kurzlebiger als ein Hurrikan. Während man den Tornado in Deutschland auch als Windhose bezeichnet, nennt man ihn in den USA Twister. Tornados entstehen unterhalb von Gewitterwolken und haben die Form eines Trichters oder Schlauchs.
Sobald die Luftsäule den Boden berührt, spricht man von einem Tornado. Er wird häufig von Hagel begleitet und schlägt unberechenbare Haken. Die höchste bisher gemessene Geschwindigkeit eines Tornados beträgt 510 km/h. Am schlimmsten wüten Tornados in den USA, durchschnittlich 1.200 entstehen dort pro Jahr und fordern jährlich bis zu 80 Todesopfer und 1.500 Verletzte. Die Tornado-Hochsaison ist im Frühjahr und Sommer.
Bei einem Blizzard handelt es sich um eher seltene, aber sehr heftige Schneestürme. Sie treten vor allem in Nordamerika auf und sind die Folge von heftigen Kaltlufteinbrüchen. Innerhalb weniger Stunden bricht das Chaos aus: eisige Winde von bis zu 100 km/h, meterhohe Schneeverfrachtungen, Eisregen und Temperaturstürze von bis zu 40 Grad.