• Dieses Jahr sollen zum ersten Mal in den Berliner Seen auch Marmorkrebse gefangen werden.
  • Bisher wurden nur gezielt Amerikanische Sumpfkrebse gefischt.
  • Beide Arten gelten als invasiv und gefährden die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

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In Berlin sollen in diesem Jahr neben Amerikanischen Roten Sumpfkrebsen erstmals auch Marmorkrebse gefischt werden. Im April habe die Fangsaison begonnen, allerdings seien die Mengen wegen der kühlen Temperaturen noch nicht nennenswert, sagte Derk Ehlert, Wildtierexperte in der Berliner Umweltverwaltung.

Die Marmorkrebse leben demnach im Grunewaldsee und im Groß Glienicker See, in welchen Mengen sei noch unklar. Aufgrund der Kälte seien sie noch inaktiv.

In den vergangenen drei Jahren wurden bereits gezielt Amerikanische Sumpfkrebse gefangen - zwischen 0,9 und 1,3 Tonnen pro Jahr. Der Fischer, der bislang die Sumpfkrebse fing, wird demnach nun auch Reusen für Marmorkrebse aufstellen.

Beides sind invasive Arten, die die heimische Tier- und Pflanzenwelt gefährden können. Der Marmorkrebs hat sich vom reinen Aquarienbewohner zum global gefürchteten Vielfraß entwickelt.

Er breitete sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer mehr in freier Wildbahn aus - auch, weil Angler den Krebs als Lebendköder in Gewässer einschleppten.

Er wurde zudem ausgesetzt oder die Toilette hinuntergespült. Die in der Regel etwa zwölf Zentimeter langen Tiere bedrohen heimische Krebsarten nicht nur aufgrund der Futterkonkurrenz, sondern auch, weil sie Träger der Krebspest sind.

In den Berliner Gewässern sind laut Ehlert derzeit insgesamt fünf invasive, gebietsfremde Krebstierarten nachgewiesen. Dazu zählen auch der Kamberkrebs, der Galizische Sumpfkrebs und die Wollhandkrabbe.

Sumpf- und Marmorkrebse seien die problematischsten Arten und würden daher auch gezielt gefangen, so Ehlert. (dpa/ari)

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