Sammy, Skippy und Bruno: Tierische Stars aus dem Sommerloch

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Sie heißen Sammy, Skippy oder Bruno, und ihr Schicksal bewegt - mitunter wochenlang. Zuletzt erregte Walli, der angeblich riesige Problemwels, die Gemüter. Er ist nicht allein: Das sind die tierischen Stars aus dem Sommerloch. (ank/dpa)

Bodo aus dem Norden Thüringens will von seinesgleichen nichts wissen - und trottet 2012 lieber mit einer Herde Ziegen über die Weide. Gar nicht so ungewöhnlich, meinen Experten: Denn das verwaiste Rindvieh war mit der Flasche aufgezogen worden und zusammen mit Ziegen aufgewachsen.
Die monatelange Suche bleibt vergeblich - hat Alligatorschildkröte Lotti überhaupt existiert? Aber wer hat den kleinen Jungen an einem Allgäuer Badesee 2013 denn dann in die Ferse gebissen? Das Rätsel um Lotti ist bis heute ungelöst.
Känguru Skippy hüpft im Sommer 2015 kreuz und quer durchs Sauerland - bis es schließlich von einem Weidezaun am Diemelsee in Nordhessen gestoppt wird. Bei einer Züchterfamilie findet das Beuteltier schließlich ein neues Zuhause.
Was für ein schräger Vogel! Auf dem Aasee in Münster erregt eine schwarze Schwanenlady namens Petra 2006 mit einer ganz besonderen Lovestory Aufsehen. Ihr Auserwählter: ein Tretboot in Schwanengestalt, dem sie wochenlang nicht von der Seite weicht. Ein Happy End gibt's doch noch: In einer Pflegestation findet Petra schließlich einen Partner, der besser zu ihr passt.
Es ist das Sommer-Spektakel des Jahres 1994, und Sammy wird zum populärsten Reptil des Jahres. Der Brillenkaiman taucht bei einem Badeausflug mit seinem Besitzer in der Nähe von Düsseldorf ab, der Baggersee ist darauf tagelang gesperrt. Endlich wird das ausgehungerte Tier gefangen - und landet im Zoo.
Zugewandert aus Tirol, stapft "Problembär" Bruno 2006 durch die bayerischen Wälder - bis ihm sein Appetit auf Schafe zum Verhängnis wird. Um sie zu erbeuten, kommt er Siedlungen zu nahe - und wird zum Abschuss freigegeben. Tierschützer laufen Sturm, das Schicksal des Braunbären schafft es bis in die "New York Times".
Yvonnes Flucht vor dem Schlachter macht sie 2011 zum internationalen Medienstar. Das Rind türmt in den oberbayerischen Wald und widersetzt sich allen Fangversuchen monatelang. Erst nach einem Schuss aus dem Betäubungsgewehr kann Yvonne auf einen Tiergnadenhof gebracht werden.
Wels Kuno soll einen arglos am Ufer schnüffelnden Welpen verschlungen haben - in einem Weiher in Mönchengladbach 2001. Ob Fakt oder Fiktion, wird nie geklärt. Monate später treibt ein riesiger Wels tot auf dem Wasser. Er landet ausgestopft im Museum. Ob es wirklich Kuno ist? Wer weiß.
Zwar hat niemand gesehen, wie Hugo, der Wels (Symbolbild), aus einem gefluteten Steinbruch bei Kamenz in Sachsen einen Dackel in die Tiefe gerissen haben soll. Dennoch verunglimpft man ihn als "Killerwels": Ein Angler zieht den 1,60 Meter langen Fisch 2005 an Land, und Hugo steht ein letztes Mal im Fokus: als Mahlzeit auf einer Party am See.
Aktuell erhitzt "Problemwels" Walli die Gemüter: Er soll mehrere Entenküken gefressen haben. Fischer wollen das Tier nun fangen, um es umzusiedeln. Gesehen hat es freilich noch niemand.