So schön können Wüsten sein

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Von
Marc Richter

Die Wüsten der Welt sind trocken und öde? Das stimmt nicht: Bizarre Felsformationen, geschwungene Dünen und vorwitzige Pflanzen machen Wüsten zu faszinierenden Orten. Aber sehen Sie selbst.

Wellen in der Wüste? "The Wave" heißt diese Felsformation des "Vermilion Cliffs National Monument" in Arizona. Wind und Wetter haben den Sandstein über Millionen Jahre in seine außergewöhnlich geschwungene Form gebracht. Die verschiedenen Farbschattierungen entstehen durch Eiseneinschlüsse im Gestein.
Dieser bizarre Berg wird "Castil de Tierra" genannt. Auf Deutsch bedeutet das soviel wie "Erdburg". Sie liegt in der Halbwüste "Bardenas Reales" in Nordspanien. Spanien ist besonders von der zunehmenden Ausbreitung von Wüsten betroffenl.
Der Nambung-Nationalpark im Westen Australiens beherbergt diese spitzen Kalksteinsäulen. Sie heißen "The Pinnacles", was mit "Zinnen" übersetzt werden kann. Bis zu dreieinhalb Meter hoch ragen die Felstürme aus der Wüstenlandschaft.
Nicht spitz, sondern rund sind diese Felsen im "Red Centre", der Halbwüste in der Mitte Australiens. Wegen ihres Aussehens tragen sie den Namen "Devil's Marbles" - die Murmeln des Teufels. Aborigines nennen die Kugeln "Karlu Karlu" und der Ort ist eine heilige Stätte für die australischen Ureinwohner.
Nicht nur Felsen machen Wüsten zur Schönheit, auch der Sand selbst kann wunderbar vielfältige Formen schaffen. Diese Dünen liegen im marokkanischen Teil der Sahara. Mit neun Millionen Quadratkilometern ist sie die größte Trockenwüste der Erde.
Und noch einmal eine Düne - diesmal in Nahaufnahme, welche feine Strukturen im Sand offenbart. Sie befindet sich auf der Halbinsel Valdés im argentinischen Patagonien und das Bild vermittelt einen Eindruck davon, wie es sein könnte, nur von Himmel und Sand umgeben zu sein.
Während Sandwüsten von Wellenformen dominiert werden, geht es in dieser Wüstenlandschaft ganz anders zu. Die von einer Wabenstruktur überzogene "Salar de Uyuni" in Bolivien ist die größte Salzpfanne der Erde. Ein riesiger See von der Größe Niederbayerns musste austrocknen, um die salzige Einöde zu erschaffen.
Der Blick von einer Anhöhe zeigt, dass nahe des "Salar de Uyuni"-Beckens Kakteen wachsen - die typische Wüstenvegetation kann auch in kargen Landstrichen überleben.
Dieser Kandelaberkaktus (Carnegiea gigantea) ist in der Sonoran-Wüste in Arizona zu Hause. Bei Tageslicht trägt er ein sattes Grün zur Schau. Seinen Namen hat er dank der Ähnlichkeit mit einem mehrarmigen Kerzenständer inne - man stelle sich vor, bei dieser Nachtaufnahme leuchteten Kerzen an den Kakteen.
Auch andere Pflanzen können in Wüsten überleben. Dieser Seifenbaum (Yucca elata) hat sich ein Plätzchen im "White Sands National Monument" in New Mexico gesichert. Der Sand am nördlichen Ende der Chihuahua-Wüste besteht aus Gips und hat deshalb eine ungewöhnlich weiße Farbe.
Wasser bedeutet Leben - so deutlich wie auf diesem Bild erkennt man das selten. Die Dattelpalmen wachsen nahe des Mandara-Sees Umm al-Maa' inmitten des libyschen Teils der Sahara. Umm al-Maa' bedeutet "Mutter allen Wassers", Dünen wiederum nennen Libyer auch "Meer ohne Wasser".
Diese Bäume haben die Verwüstung, auch Desertifikation genannt, nicht überlebt. Im "Namib Naukluft Park" in Namibia befindet sich das "Dead Vlei". Übersetzt: die "tote Pfanne". Das Gebiet ist durch eine riesige Düne vom Wasser des Flusses Tsauchab abgeschnitten worden. Die Kameldornbäume sind schon seit Hunderten Jahren tot, werden aber durch die extreme Trockenheit konserviert und sorgen für eine eher morbide Schönheit.