Von großen und kleinen Katzen: So unterscheiden sich Jaguar, Gepard und Co.

Können Sie mit absoluter Gewissheit behaupten, dass Sie einen Leoparden und einen Jaguar auseinanderhalten können? Wir zeigen Ihnen die Unterschiede zwischen den einzelnen Raubkatzen. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Puma und Gepard, die nun beide nicht gerade als "klein" bezeichnet werden können, gehören beispielsweise in die Gruppe der Kleinkatzen und sind mehr miteinander verwandt als Gepard und Leopard, die auf den ersten Blick beide sehr ähnliche Flecken im Fell aufweisen. Doch Leoparden gehören zu den Großkatzen.
Großkatzen lassen sich wiederum in die Gattungen "Eigentliche Großkatzen", auch Panthera genannt, und Neofelis einteilen. Zu der Gattung Neofelis gehören zwei Arten von Katzen: Nebelparder und Sunda-Nebelparder.
Zu der Gattung "Eigentliche Großkatzen" oder "Panthera" gehören fünf Katzenarten: Tiger, Jaguar, Löwe, Leopard und Schneeleopard. Was die Fellzeichnung angeht, unterscheidet sich vor allem der Tiger innerhalb seiner Gattung. In seinem Fell zeichnen sich Streifen, was dem Tiger sein charakteristisches Äußeres verleiht.
Löwe, Leopard, Schneeleopard und Jaguar haben wiederum Flecken, die sich unterschiedlich zeigen. Bei den Löwen finden sich diese Flecken allerdings hauptsächlich bei den Jungtieren. Außer dem Schneeleoparden können alle vier Vertreter der Gattung "Panthera" brüllen.
Leoparden und Jaguare werden häufig verwechselt, wobei sie weder auf einem Kontinent leben, noch gleich groß sind. Jaguare (im Bild) sind mit bis zu 120 Kilo wesentlich massiger und größer als Leoparden, die lediglich bis zu 90 Kilo schwer werden.
Jaguare leben in Mittel- und Südamerika. Leoparden sind in Afrika und Asien beheimatet. Das könnte auch ein Grund dafür sein, dass sie auf unterschiedliche Beute aus sind. Jaguare haben riesige Zähne und die größte Beißkraft unter den Katzen. Sie lieben das Wasser und jagen mit Vorliebe auch Kaimane und Anakondas.
Leoparden können zwar schwimmen, aber meiden das Wasser und jagen eher selten Krokodile. Durch ihren etwas kleineren und sportlicheren Körperbau können sie mit Schnelligkeit punkten und klettern schnell mal auf Bäume, wenn sie ihre Beute vor Löwen in Sicherheit bringen wollen. Da Jaguare keine natürlichen Feinde haben, brauchen sie auch nicht auf Bäume zu klettern.
Bei genauerem Hinsehen können Sie das unterschiedliche Fellmuster von Leoparden und Jaguaren entdecken. Die typischen Flecken, die übrigens Rosetten genannt werden, sind nämlich nicht so gleich, wie es auf den ersten Blick scheint. Beim Jaguar (Bild) handelt es sich um große Rosetten mit einem Punkt in der Mitte.
Nicht nur der Körper von Leoparden ist schlanker und eleganter als der von den Jaguaren. Auch die Rosetten im Fell sind kleiner und sie haben keinen Punkt in der Mitte.
Sie werden zwar als "König der Tiere" bezeichnet, aber tatsächlich sind Löwen nur die zweitgrößten Raubkatzen. Dafür brüllen sie bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang mit einer Wucht, dass es bis zu acht Kilometer weiter weg noch zu hören ist.
Löwen sind ganz schön faul! Sie verbringen circa 20 Stunden täglich mit Schlafen. Während der Brunft sind sie dafür umso aktiver und paaren sich bis zu 40 Mal am Tag. Das Durchhaltevermögen beim Liebesakt ist allerdings nicht ganz so beachtlich: Nach etwa 30 Sekunden ist bereits alles wieder vorbei.
Tiger sind die größten Raubkatzen der Welt und leben in Asien. Ein männliches Exemplar kann bis zu 310 Kilo auf die Waage bringen. Die größte Unterart der Tiger ist der an der chinesisch-russischen und chinesisch-koreanischen Grenze beheimatete Sibirische Tiger. Er ist stark vom Aussterben bedroht, es gibt nur noch um die 500 Tiere, die in der freien Wildbahn leben.
Der Schneeleopard lebt im zentralasiatischen Hochgebirge. Er wurde angeblich sogar schon mal auf 6.000 Meter Höhe gesichtet. Zwar hat der Schneeleopard Ähnlichkeit mit einem Leoparden, doch sein Fell ist gelb-grau gefärbt und wesentlich länger. Schneeleoparden haben auch an den Fußballen dicke Haarbüschel, die sie vor der Kälte schützen.
Der Nebelparder, der auch zur Unterfamilie der Großkatzen gehört, zählt nicht zur Gattung der Panthera, sondern zu der der Neofelis. Er ist mit seinen circa 20 Kilo Gewicht die kleinste Großkatze. Nebelparder wohnen bevorzugt in südostasiatischen Waldgebieten. Sein Fell zeigt wolkenförmige Flecken, was ihm seinen englischen Namen "Clouded Leopard" beschert.
Sicherlich kennen Sie den Begriff Schwarzer Panther. Dies ist keine eigene Art, sondern ein Überbegriff für Leoparden und Jaguare mit einer durchgängig schwarzen Färbung.
Diese Schwarzfärbung nennt man Melanismus, eine durchgehende dunkle Pigmentierung von Haut, Haaren und Schuppen. Doch wenn Sie bei hellem Licht genau hinsehen, erkennen Sie immer noch die charakteristischen Flecken beim schwarzen Jaguar und schwarzen Leoparden.
Pumas werden in den USA auch Panther genannt. Ein schwarzer Puma wurde allerdings noch nie dokumentiert und außerdem gehören Pumas nicht in die Gattung der "Eigentlichen Großkatzen", also Panthera, sondern zu den Kleinkatzen.
Kommen wir nun zu den anderen Kleinkatzen, die wie der Puma diese Unterfamilie der Katzen bilden. Da gibt es noch den Gepard, der wie bereits erwähnt eine sehr ähnliche Fleckenbildung in seinem Fell zeigt wie der Leopard - allerdings hat er Flecken, keine Rosetten. Typisch sind auch die "Tränenstreifen" im Gesicht. Auch sein Körperbau unterscheidet sich ziemlich eindeutig vom Leoparden.
Geparde haben einen kleinen, runden Kopf, einen sehr langen Schwanz und sie sind sehr schlank. Ihre langen Beine sind dafür verantwortlich, dass Geparde die schnellsten Säugetiere auf dem Land sind. Geparde können auf einer kurzen Strecke eine Geschwindigkeit bis zu 120 Kilometer pro Stunde erreichen.
Lustige, große Ohren, ein langer Hals und lange Beine, die es dem Serval ermöglichen, über das hohe Gras der afrikanischen Savanne zu blicken. Keine andere Katzenart hat im Verhältnis so lange Beine wie der Serval. Er kann einerseits sehr weit, aber auch sehr hoch springen - praktisch, wenn er Jagd auf Vögel macht.